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142 Das glückhafft Schiff.
Wohlauf, an Bord! — Daß unſres Kaiſers Ruhe
Beim Sonnenwendegang nicht mehr geſtört ſei.
Wohlauf, an Bord! Es mögen ſtille Sterne
Statt unſres Lärms nun ob der Mainau walten,
Und wer's verſteht, der mag in ihrem Funkeln
Des hohen Brautpaars gute Zukunft leſen.
Doch ſchaut Ihr fern im See noch Feuerflimmer
Und unſer Schiff in hellem Glanz aufflammen,
Dann denkt nicht an Verrats Torpedotücke!
Wir ſteuern glückhafft wie einſt Nürnbergs Burggraf,
Als er in Konſtanz ſich den Kurhut holte.
Wir ſteuern glückhafft! Abglanz treuer Herzen
Strahlt noch einmal Euch aus der Ferne zu,
Und hundertfältig ſchallt nochmals der Ruf
Zum Sternenhimmel in der Sommernacht:
„Dem Deutſchen Kaiſer Wilhelm Glück und Heil!
Heil ſeinen Kindern und den Kindeskindern!“
Muſik fällt ein, die Boote fahren ab unter Geſang und Beleuchtung.
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