Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-1/3
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 2: Juniperus, Hugideo u.a.)
[1916]
Seite: 151
(PDF, 34 MB)
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Prolog. 151

Da traf ein feindlich Blei Dich durch die Wange
— Nur wenig Linien weiter: war's der Tod!

Dank Gott und Deiner hohen Frau Gemahlin,
Die hütend, helfend, heilend Dich gepflegt hat,
Daß Dich noch heut die lieben Kinder küſſen,
Daß auf Dein Wohl und das der Frau Prinzeſſin
Ein gutes Glas des feurigen Burgunders
Noch heute trinkt Mülhauſens Garniſon!

Viertes Bild.

Epiſode aus dem Gefecht bei Nuits. Prinz Wilhelm, jetziger Chef, wird beim
ſiegreichen Sturm der erſten badiſchen Brigade auf den Eiſenbahn⸗Einſchnitt
ſchwer verwundet, 18. Dezember 1870, 2 ¼ Uhr mittags.

Muſik: Ich hatt' einen Kameraden.

Prolog fortfahrend:
Nun aber ſchaut, was unſrer Kämpfe Lohn!
(In feierlich bewegtem Ton.)

Was ſplittrig war, ein Bündel loſe Reiſer,
Das ſchirmt geeint nun unſer Helden⸗Kaiſer,
Er ſorgt dafür, daß uns Europa kennt.
Was tatenloſe Schwäche einſt verloren,
Hat wachſam Schwert dem Reiche neu erkoren,
Der Rhein verbindet, was er einſt getrennt!

Deutſchland umſchließt in kaum geahnter Schöne
Und waffentüchtig alle ſeine Söhne,
Sich ſelbſt gehörig, einig, ſtark und frei.
Und frägt man nach den Tapfern, die das ſchufen,
So dürfen wir beſcheidnen Stolzes rufen:
„Die Hundertzwölfer waren auch dabei!ſ“

Scheint mancher auch mit manchem nicht zufrieden:
Mülhauſen, ſpröde Stadt, die wir behüten,
Das Eis wird ſchmelzen, wenn die Stunde da;
Und was Du ſpinnſt und webſt mit fleiß'gen Händen,
Wirſt Du dereinſt zum ſchwarzen Weltteil ſenden,
Wo unſre Banner wehn, nach Afrika!


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