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Der Brautwillkomm auf Wartburg.
Und auch des Tintenfaſſes
Bedarf's zum Wurf nicht mehr.
Die Welt iſt licht erhellet,
Und licht erſtrahlt dies Haus —
Da Liebe euch geſellet —
In alles Land hinaus.
Es iſt der Stand der Ehe
Ein großer, ſeliger Stand,
Und ſelig, wer ihn antritt
Im großen Vaterland.
Wo Gottesfurcht und Wahrheit
Gedeiht, hat's wenig Not:
Ein' feſte Burg iſt Wartburg,
Die feſteſte iſt Gott!
Und kommen böſe Stunden,
O hütet euch vor Schuld!
Die Welt wird überwunden
Durch Liebe und Geduld.
och will nicht Gold und Silber,“
Spricht Liebe, „nur dich allein,
Und will in deinem Herzen
Ganz einbeſchloſſen ſein.“
Der Mann ſei gleich dem Eichſtamm,
Den Sturm und Blitz nicht zwingt,
Die Frau die liebe Rebe,
Die ſüße Trauben bringt,
So ſteht im Segen Gottes
Der junge Eheſtand —
Und mit mir freut ſich euer
Das große Vaterland!
(Choral, auch vom Turm. Großes Schlußtableau, darin erſcheint Frau
Aventiure mit den Ihrigen wieder.)
Alle Anweſenden (wiederholen im bewegten Chor die vier letzten Zeilen
von Luthers Lied).
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