Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-1/3
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 2: Juniperus, Hugideo u.a.)
[1916]
Seite: 165
(PDF, 34 MB)
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  (z. B.: IV, 145, xii)



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Erſter Auftritt.

Ländliche Gegend am Ettersberg. Rechts vorn Wohngebäude, gegenüber die
Linde, die nur zur Hälfte ſichtbar, in halber Stammeshöhe mit einer Bretter⸗
laube verſehen iſt, zu der einige Stufen emporführen. Dieſe kleine Empor⸗
bühne iſt der Ort, von welchem die Kinder das Tanzlied ſingen. Laube und
einige Lindenäſte ſind mit Girlanden von Rauten und Kornblumen geſchmückt
und einer Dekoration: das ſächſiſche Wappen, deutſche, ſächſiſche und nieder⸗
ländiſche Fähnlein. Die zum Tanz Erſcheinenden tragen (wie in Süddeutſch⸗
land am Feſte der Kräuterweihe) Kränze von gelbblühenden Rauten (ruta
graveolens) im Haar.
Rechts und links zur Seite ſind Tiſche, an welchen während Szene 2 und 3
die in Szene 1 Auftretenden ſich gruppieren. Landmann, Frau und Tochter
ſind im Begriff, die Dekorierung zu vollenden.

Landmann. So recht, mein Baum, du Zeuge unſrer Freuden,
Sei heut auch du zum Feiertag geſchmückt
Und ſpreit' den Wandrern, die vorüberziehen,
Dein Schattendach und zeige allem Volk,
Daß auch an unſerm abgelegenen Berghang
Man mit dem Herrn des Landes denkt und fühlt
Und Leid wie Freude treulich mit ihm teilet!
„So recht! He, Frau, dort links noch einen Nagel,
Daß wir den Hauptkranz beſſer dran befeſtigen!
.. ... Der gute Herr! Wie mag ihm heute ſein,
Wenn alles fährt und rennt und wogt zur Hofburg
Und jubelnd Glückwunſch ſich auf Glückwunſch drängt.
Frau. Das wird ein Leben werden! Schon bevor
Das Frührot Haus und Giebel voll beſäumt',
Drang Widerhall von krachendem Salutſchuß
Den Berg herauf und weckte uns vom Schlummer.
Nach einer Weile, 's war ſo feierlich
Und morgenſtill wie ſelten, kam von fern
Poſaunenklang. Sie blieſen von dem Kirchturm:
„Lobpreiſet Gott, denn er iſt freundlich ſtets
Und ſeine Güte währet ewiglich!“
Tochter. Und ſtill und herzlich hab' ich mitgebetet
Und freu' mich jetzt auf das, was weiter kommt.
„Bet' und arbeite!“ lautet unſer Spruch,


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