Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-1/3
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 2: Juniperus, Hugideo u.a.)
[1916]
Seite: 166
(PDF, 34 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw2/0166
166 Die Linde am Ettersberg.

Doch heute ſind die Kuchen ſchon gebacken,
Der Feſttagſpruch heißt: „Bet' und freue dich!“

(Lehrer mit Schuljugend tritt auf. Von jugendlichen Stimmen wird
noch vor ihrem Erſcheinen auf der Bühne die erſte Strophe des Tanz⸗
liedes geſungen.)

O Sommerluſt, bei Finkenſchlag
Zum Ettersberg zu klimmen,
Wir grüßen deinen Ehrentag,
. O Fürſt, mit hellen Stimmen.
Lehrer. Grüß Gott, Herr Nachbar! Laßt Euch nicht erſchrecken
Vom Lärm und Toſen meiner kleinen Schar.
Sie meinen's gut! Wir ziehn zur Bergesecke
Und zünden nächtlich heut ein Freudenfeuer,
Das weit ins Land mit hellem Schimmer leuchtet,
Als ob der Berggeiſt dieſer reinen Höhen
Mit uns ſich freue. Doch der Tag iſt heiß heut,
Und Ihr vergönnt uns wohl, in Eurem Schatten
Nach altem Brauch ein Feſtlied und ein Tänzlein.
Wo ſind die Söhne, die ich ſonſt erſchaute?
Frau. O Herr und Freund —, die waren nicht zu halten,
In aller Früh' ſchon zogen ſie zur Hauptſtadt.
„Dort weilt heut unſer Kaiſer,“ ſprach der erſte,
„Und wer des Kaiſers Rock in Ehren trug
Und ſeine Schlachten treu und mannhaft ſchlug,
Der ſtellt ſich überall mit Freuden wieder,
Wo's gilt, den hohen Kriegsherrn zu begrüßen.“
Landmann. Und auch der zweite mit der alten Narbe,
Die ihm bei Wörth die Feindeskugel riß,
War wie verklärt. „O Vater,“ ſprach er, „immer
Zuckt noch der Schmerz, wo einſt mein Blut verſtrömte.
Es war der heißeſte der heißen Tage,
Da wir im Sturm die Elſaßhauſer Höhen
Genommen und hinüberſahn aufs Schlachtfeld
Voll dichten Qualms und glühen Feuerſcheins.
Doch hab' ich dort mein Leben halb gelaſſen,
Sein ganzes gibt ein braver Vierundneunz'ger
Dem Kaiſer gern; ich will ihn wiederſehn
Und unſern Fritz, bei unſrer Siege Denkmal.
So weit's auch ging — von Wörth vorwärts bis Sedan


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw2/0166