Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-1/3
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 2: Juniperus, Hugideo u.a.)
[1916]
Seite: 184
(PDF, 34 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw2/0184
184 Die Linde am Ettersberg.

Geſchichte. „Im Unglück ſtandhaft,“ war mein zweiter Spruch.
So höret denn, was weiter wir erzählen.

Zweites geſchichtliches Bild.

Johann Friedrich der Großmütige, Kurfürſt zu Sachſen, wird
in kaiſerlicher Gefangenſchaft von Lukas Cranach beſucht und
getröſtet.

Ort: Augsburg. Beſcheidene Stube in deutſchem Renaiſſanceſtil.
Zeit: um 1552.

Perſonen:

Kurfürſt Johann Friedrich (ſitzend im Armſtuhl).
Maler Lukas Cranach. .
Zwei Knaben, Staffelei und Bild haltend.
Im Hintergrunde: Gefangenwärter. Zwei Trabanten.
Anordnung: Nach dem Bild von Theobald von Oer in Dresden, von
welchem ein Holzſchnitt in der Zeitſchrift „Daheim“, Jahrgang 1873.
Das Bild Lukas Cranachs ſtellt die Kreuzigung dar mit den Bildniſſen von
Luther, Melanchthon, Kurfürſt Johann Friedrich, ſeiner Gemahlin und dreier
Söhne, iſt im Beſitze der Stadtkirche zu Weimar.
Muſik: Motive aus Ludwig Senfls Geſangbuch: „121 Lieder — Ott 1534“.
Neu bearbeitet von Kade, Muſikdirektor in Schwerin.

Der zweite Herold.
Die ſchwere Schlacht bei Mühlberg war geſchlagen
Und Johann Friedrichs Heer ſieglos zerſprengt,
Er ſelbſt in Haft verſtrickt und ſchwere Klagen,
Die Kur verwirkt, ſein Land vom Feind bedrängt.
Hiſpaniſche Praktik lockte: „Laßt den Glauben,
Der Kur und Leben böslich Euch bedroht.“
Er ſprach: „Dies Kleinod ſoll mir niemand rauben,
Im Unglück ſtandhaft, trotz' ich jeder Not.

Mein Evangelium will ich nimmer miſſen;
Wer mich beſiegt hat, mag mein Richter ſein,
Jebdoch ein Höheres iſt mein Gewiſſen,
Und deſſen Richter iſt nur Gottallein.
Mögt ihr zeitlebens mich in Haft verſtricken,
Wahrheit macht frei, macht auch im Kerker frei


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw2/0184