Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-1/3
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 2: Juniperus, Hugideo u.a.)
[1916]
Seite: 192
(PDF, 34 MB)
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192 Die Linde am Ettersberg.

Geſchichte (zur Schauſpielkunſt).
„Es ſoll die Welt ſich auf der Bühne ſpiegeln.“
Blieb, Schauſpielkunſt, ſolch Streben ſtets dir Sporn?
Schauſpielkunſt.
Daß wir einſt „Miedings wackre Söhne“ waren,
Blieb ſtets ein Sporn edler Nacheiferung:
Dramatiſch Beſtes aus den letzten Jahren
Fand bald und gern bei uns Verwirklichung.
Altklaſſiſches in zykliſcher Vollendung
Ward vorgeführt, der Weltgeſchichte Spur
Zu zeigen und der Bühne ſchöne Sendung,
Mitbildnerin zu ſein deutſcher Kultur.
Wir waren Großem hold und unverſöhnlich
Nur in der Abwehr deſſen, was gewöhnlich.
Geſchichte (zur Poeſie).
„Die Phantaſie auf ihren mächt'gen Flügeln
Dich zaubern in das himmliſche Gefild!“
So klang dein Vers! Übſt du den Zauber noch?
Poeſie (begeiſtert).
Komm mit, komm mit! Noch tragen meine Schwingen
Dem Himmelslicht dich und der Sonne nah,
Noch ſoll dem Liebling froh mein Glückwunſch klingen,
Wie damals, als das Licht der Welt er ſah.
Auf Goethes Ruf erſchien dem Fürſtenkinde
An ſeiner Wiege fröhlich unſre Schar
Und brachte ihm als ſchönſtes Angebinde
Des Dichtergreiſes Segenswünſche dar.
Schnell flieht die Zeit, wer weiß noch von euch allen,
Was Goethe ſang? Mir iſt es nicht entfallen:

„Nun an die Wiege!“ rief er. „Dieſen Sprößling
Verehrend, der ſich ſchnell entwickelnd zeigt
Und bald herauf, als wohlgewachſner Schößling,
Der Welt zur Freude hoch und höher ſteigt.
Sein erſter Blick begegnet unſerm Kreiſe,
Er merkt ſich Einer wie der Andern Blick,
Gewöhnet ſich an einer jeden Weiſe,
Gewöhnt ſich an ſein eigen Glück.

Er ſei ein Harfner, dem die Muſen
Den Pſalter wohlgeſtimmt gereicht,


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