Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-1/3
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 3: Frau Aventiure)
[1916]
Seite: 13
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  (z. B.: IV, 145, xii)



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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw3/0013
Wartburglieder. 13

Er aber hat ſein Werk in Stein gedichtet
Und in den Berggrund quaderfeſt geſenkt,
Nun ſteht's für alle Zukunft aufgerichtet
Bis keiner mehr in deutſcher Zunge denkt,
Wahrzeichen feſter Kraft und hoher Milde,
Dem Feind zum Trutz, dem Freund zu Hort und Schilde.

Erſpart bleibt fürder, willſt du Schönheit ſchauen,
Die Pilgerfahrt nach welſchem Land und Meer,
Wetteifernd mit dem beſten fremder Gauen
Prangt hier ein Kleinod, kunſtdurchglänzt und hehr:
Gleich einem jener Marmorprachtpaläſte,
Entſtiegen aus Venedigs Meeresſchoß,
Hebt ſich Thüringens jungfräuliche Feſte
Auf deutſchem Berge ſäulenſchlank und groß,
Statt Salzflutwogen rauſcht um ihre Mauern
Der Eichen und der Buchen flüſternd Schauern.

Nun walte Gott ob den geſchmückten Räumen
Und ſchirme, den die Burg als Herrn verehrt:
Viel gutes Tagwerk und viel ſüßes Träumen
Sei ihm und all den Seinen drin beſchert.
Der Meiſter gibt die Schlüſſel aus den Händen,
Ihn lobt ſein Werk, er ſelber zieht davon;
Als Mann der Jugend Kunſttraum zu vollenden,
Ward ihm verliehn zu beſtem Arbeitlohn.
Im Grundſtein ſeines Baues ruht ein Segen:
Heil ihm und den Bewohnern allerwegen!

Wartburg⸗Dämmerung.

Die Sonne iſt verglommen,
Und Dämm'rung wandelt ſacht.
Willkommen, Gottwillkommen,
O Burg auf hoher Wacht:
Gleich einem, dem im Dunkeln
Der Freundin Auge winkt,
Hat mir ein ſpätes Funkeln
Vom Turm noch zugeblinkt.

Denn wie der Tag erſtehend
Mit erſtem Strahl dich grüßt,


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