Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-1/3
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 3: Frau Aventiure)
[1916]
Seite: 20
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Frau Aventiure.

Doch laßt man rechts wie links von Eid und Pflicht,

Ich halte feſt, und Frieden ſchließ' ich nicht,
Solang ich dulde in des Kerkers Not.

Wohl wiſſen es in Anjou und Touraine
Die feinen Knappen, die verſtänd'gen Herrn,
Daß ich ſchon lang in fremden Banden gähne
Und daß der Löwe ſeinem Erbland fern.
Einſt galt ich viel dort, jetzt kein Körnlein Sand:
Die ſchönſten Waffen roſten an der Wand,
Und fort und fort duld' ich des Kerkers Not.

Und ihr, Zeltbrüder, die ich immer liebte,
Ihr von Kaheu und aus der Perſchermark, ”
Spricht wahr das Lied, daß ſich der Friede trübte,
Wo nie mein Herz gedacht an Falſch noch Arg?
Bekriegt auch ihr mich? — Hei, ſelbſt ein Vilan
Hätt' ſolchen Schimpf dem Herrn nicht angetan,
Derweil er duldet in des Kerkers Not.

Frau Gräfin Schweſter, Euer Oberherr
Schickt aus der Haft Euch ſeinen Brudergruß...
Weh dem, durch deſſen Ränke und Gezerr
Sein ſtarker Arm in Feſſeln raſten muß.
Vermeldet ihm, — Ihr wißt, von wem wir ſprechen,
Kein Räuber ſoll ſich meines Rechts erfrechen,
Der Mutter Erbe laſſ' ich nur im Tod!

Wolfram von Eſchenbach.
Im Stegreif.

Swer schildes ambet üeben wil
der muoz durchstrichen lande vil.
Parzival 499, 9.

Wem das Glück nicht an der Wiege
Gut und Eigen zubeſchert,
Muß ſoldieren und im Kriege
Tagewerken mit dem Schwert;
Zweitgeborne Ritterkinde
Erben ſchmales Königreich ⁵⁶),


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