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Biterolf. 39
O weh!.. . er kommt mir auf dem Fuß
Unſänftlich nachgeſchlichen.
Schon ſteht er an des Wäldleins Höh'...
Jetzt biegt er in die Hecken...
O weh und immer mehr o weh ²⁸):
Er ſchneidet Haſelſtecken!
Sein Arm iſt ſtark, ſein Zorn iſt groß,
Helft, helft, ihr ſchönen Frauen!
Bergt ihr mich ſchützend nicht im Schoß,
So werd' ich — durchgehauen.
Biterolf.
Im Lager von Akkon 1190.
Kampfmüd und ſonnverbrannt,
Fern an der Heiden Strand,
Waldgrünes Thüringland,
Denk' ich an dich.
Mildklarer Sternenſchein,
Du ſollſt mir Bote ſein,
Geh, grüß die Heimat mein
Weit über Meer!
Feinden von allerwärts
Trotzt meiner Waffen Erz;
Wider der Sehnſucht Schmerz
Schirmt mich kein Schild.
Doch wie das Herz auch klagt,
Ausharr' ich unverzagt:
Wer Gottes Fahrt gewagt,
Trägt ſtill ſein Kreuz.
Drüben am Belusbach
Iſt ſchon die Vorhut wach;
Heut noch klingt Speereskrach
Durch Kiſons Flur.
Horch, wie die Hähne krähn!
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