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Fahrende Leute. 71
Und als er auf den Höhen ſtand,
Wild ſchnob des Windes Blaſen,
Blies allen Schnee zuhauf im Land
Und deckte Joch und Straßen.
„Willkomm, Freund Schnee,“ ſprach Irregang,
„Herberg mich, kühler Geſelle,
Die Stirne glüht mir heiß und bang,
Ich bin zur rechten Stelle!
Hier find' ich, was ich nur wünſchen mag,
Weichweißeſte Linnen und Decken
Und Hochzeitſchlaf!... bis zum jüngſten Tag
Soll mich kein Wächterhorn wecken!
Hei Irregangs letzter Irregang!
Was ſchauert ihr, Neidhartgeſichter?
Er träumt, er halte die Braut im Arm,
Halai, wer löſcht ihm die Lichter?“
Ich glaube, den Wandrer im Narrenkleid
Hat Schnee und Sturmnacht begraben;
Verſchneit, verweht... verweht, verſchneit!
Er wollt's nicht anders haben.
Du weidlicher Meiſter Irregang,
Sag an, wo biſt du geblieben?
Die Flocken fliegen in wirbelndem Drang,
Stäuben zuſamm..und zerſtieben.
Fahrender Schüler Pſalterium“).
vagi scholares per Salzburgensem
provinciam discurrentes.
Synode zu Salaburg.
Ad Thaliarehum.
Dies Lied ſang einſt Horacius,
Der Lehrer, wie man minnt und zecht,
Ein fahrender Scholaſtikus
Von Salzburg ſchuf es mundgerecht:
Vides ut alta stet nive candidum
Soracte; nec iam sustineant onus,
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