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Fahrende Leute. 81
Als helflicher Troſt und Erhalter
Schütz gnädig die Kellerei,
Die Traube auf deinem Pſalter
Verkünde der Erzpropſtei:
„Wer gottgefällig will leben,
Schließt zeitig die Bücher, wie wir,
Und labt ſich am Goldgeiſt der Reben...
Das iſt Sant Sixten Brevier!“
Reutti im Winkel.
Loca vitant publica quidam poetarum
et secretas eligunt sedes latebrarum.
Gualterus Archipoëta.
Heia! der Meerfahrt ſind wir entronnen,
Nie mehr verlockt uns ein Kreuzzugpanier;
Reutti im Winkel ha'n wir gewonnen
Und der Wildkaiſer bergeinſam Revier.
Weidender Herden Glöckleingebimmel
Läutet zum Einzug grüßend und mild,
Und wie ein Arm aus dem ſiebenten Himmel
Winkt uns des Unterwirt gaſtlicher Schild.
Schau die Frau Wirtin! Wie kommtt ſie gehüpfet,
Blitzend und glitzend in fremdem Geſchmeid:
Schier wie ein Turban das Kopftuch geknüpfet,
Schier ſarazeniſch ihr Blick und ihr Kleid.
Hier ſchlagt das Lager nach fröhlichem Wandern!
Schwinget die Zither ſtatt Lanze und Schwert!
Syriſche Lorbeern gönnen wir andern,
Denen die Seele von Sünde beſchwert.
Laßt mit Geſängen zu Felde uns liegen;
Heia, Frau Wirtin, wir künden euch Streit,
Das heidniſche Kopftuch wöll'n wir bekriegen,
Das griechiſche Feuer, das unter ihm dräut.
Scheffel. IrI. 6
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