http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw3/0085
Einer aus Schwaben. 85
Dolor animam infestat,
desperanti nihil restat
nisi vanum fomnium . . .
O Viola byzantina,
have, stella peregrina,
dulcitudo omnium!
Von Liebe und Leben ſcheidend.
Periculosa res est desperatio.
Alter Spruch.
Nach des Waldwegs letztem Biegen
Schau ich feſtgebannt und ſtarr,
Schau nach eines Schleiers Fliegen —
Schau umſonſt... was ſchaut der Narr?!
Läutet, Glocken, dumpfen Schalles
Einem armen Mann zu Grab:
Hier war's, o mein Eins und Alles,
Wo ich dich verloren hab'.
Hier war's, wo du hoch vom Roſſe
Einmal noch das Haupt gewandt,
Wo dein Aug', das dunkle, große,
Mir den letzten Blitz geſandt.
Mit unſichtbaren Gewalten
Zog es dich zu mir zurück,
Bis im Forſt, im tannenalten,
Unfreiwillig loſch dein Blick.
Nur wer ſehnend in der Sonne
Untergehnde Gluten ſpäht,
Kennt die ſchmerzensbittre Wonne,
Die aus ſolchem Blick erweht.
War dich finden, dich verlieren
Nicht wie kurzer Sonnenkuß?
Auch dein Scheiden glich dem ihren,
Denn ſie ſcheidet, weil ſie muß.
Könnt' ein Hauberfluch beſchwören
Sehnender Verzweiflung Pein,
ei! Du würdeſt wiederkehren,
ürdeſt mein ſein, und ich dein!
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