http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw3/0089
Magnus vom finſtern Grunde. 89
Was die Väter ſchon geſündigt,
An uns Enkeln ward's gerächt,
Alle waren wir verwindigt,
Alle angefault und ſchlecht.
Lindre, Meerwind, mir den Kummer,
Läutre mich, o Sonnenſtrahl,
Denn auch ich bin eine Nummer
In der ungeheuren Zahl!
Gedenkreim,
als die vier ehernen Roſſe des Lyſippos nach Venedig
abgeführt wurden. L
Der eine braucht's, der andre hat's!
Um deſſenwegen führt man Krieg;
Der Starke nimmt des Schwachen Platz,
Und Beute lohnt den Schlachtenſieg.
Der eine braucht's, der andre hat's!
Und wem das Glück hold, der erficht's.
. . Gott ſorgt ſchon für den armen Spatz,
Sprach weiland Walter Habenichts.
Der eine braucht's, der andre hat's!
Fahr wohl, du goldnes Viergeſpann,
Byzanz verliert den teuren Schatz,
Weil ihn Venedig brauchen kann.
Magnus vom finſtern Grunde.
I.
Verbuhlte Stadt, golddurſtiger Menſchenhaufen,
Es geht an euch! Ihr Wächter, ſeht euch vor,
Ein hagrer Werwolf will durchs Gatter laufen,
Ich ſelber rat' euch: ſperrt ihm Tür und Tor.
Wer kann, o Hochwald, deinen Hauch heut malen,
Dein ſaftig Grün, vom Morgentau umreift?
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw3/0089