Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-1/3
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 3: Frau Aventiure)
[1916]
Seite: 107
(PDF, 21 MB)
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Heinrich von Ofterdingen. 107

Sie ſchwinden hin und ſiechen, ihr Siechtum heißt Fadenſchein,
Wir müßten uns verkriechen, hülf' Milde nicht von Pein.

Dank ſei den edeln Händen — fahr hin, du alte Wät,
Die uns erratend ſpenden, um was der Mund nicht bat.
Herbſtröcklein, dünn und ſchmächtig, wie wohl biſt du vertauſcht!
Samtſchwer und faltenprächtig ein Mantel mich heut umrauſcht.

Wohl ſah im Geiſt ein andrer — fahr hin, du alte Wat,
Sich ſchon darin als Wandrer beſtaunt von Burg und Stadt ..
Doch Kunſt ging über Schreiben, mein iſt das Winterkleid!
Er mag mit Händereiben ſich wärmen, wenn es ſchneit!

Des Schreibers Antmortſpott.

ich tugendhafter schriber trit im
zuo mit kampfes gir.
Wartburgkrieg Str. 3.
Heinrich von Ofterdingen — o weh, mein Winterkleid!
Poſaunt von großen Dingen und tut ſie keinerzeit.
An Dietrich von Berne, an wormſiſcher Heldenkraft
Erwürb' mit Sang er gerne die Krone der Meiſterſchaft.

Schon hub er an zu dichten — o weh, mein Winterkleid,
„Nun laſſet euch berichten den allergrößten Streit.“
Dabei iſt's dann verblieben, der Faden riß ihm ab...
Acht Wörtlein ſtehn geſchrieben, mehr nicht, was ſich begab.

Herbſtnebel hüllt die Berge — o weh, mein Winterkleid!
Wie ſpreizt Laurin der Zwerge ſich prahlig und voll Neid!
Die Recken ſchnarchen im Grabe: O Zeit, wie währſt du lang.
O wunderträger Knabe, wann endlich weckt uns dein Sang?

Rügelied
wider Wolfram von Eſchenbach und die übereifrigen Nachahmer
franzöſiſcher Art und Dichtung ⁵²).

Wa nu griezwarten? Kampf ist komen!
Wartburgkrieg Str. 4.

Ihr habt den Fahrenden wohl aufgenommen,
Bedankt ſei jeder, der es treu gemeint;


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