Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-1/3
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 3: Frau Aventiure)
[1916]
Seite: 134
(PDF, 21 MB)
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  (z. B.: IV, 145, xii)



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134 Frau Aventiure.

den Niederungen der Stromtäler die erſten Menſchen noch auf die letzten
Drachen, jedenfalls auf ſtarke Spuren derſelben ſtießen, mit ſeltener Beharr⸗
lichkeit wiederkehrt. — An der Münze auf dem Markte zu Worms ſah man ein
Gemälde von Siegfrieds Drachenkampf, „wobei auch das Gebein von den Rieſen
und Drachen, welche Seyfried überwunden, in eiſerne Ketten gefaßt, hangen
tut“. Quad von Kinkelbach, teutſcher Nation Herrlichkeit, Köln 1690, Seite
145. — Noch heute ſtarren dem Wanderer hoch übder dem Portal der 1096 ge⸗
gründeten Kloſterkirche zu Alpirsbach im Schwarzwald ein hornförmiger Mam⸗
mutzahn und gewaltige Wirbelknochen, in Ketten eingeſchlungen, fremdartig
entgegen. Im Chor einer Kapelle im Ammertal war ein großer Tierſchädel
an die Mauer gekettet, der für den Kopf eines dort erlegten Lindwurmes aus⸗
gegeben wurde. Uhland in F. Pfeiffers Germania I, 306. Ein grauenerregendes,
foſſiles Steinhaupt ſamt dazu gehörigem Skelett — ähnlich dem, von welchem
in der Dichtung des Mönchs Nicodemus die Rede iſt, bildet das Prachtſtück
der merkwürdigen Sammlungen des jetzigen Schloſſes Banz am Main und iſt
durch ſeine rieſigen Dimenſionen (der Kopf allein iſt 7 lang) und durch die
treffliche Erhaltung aller Einzelheiten wohl der impoſanteſte Drachenüberreſt
in Europa. Vergl. Theodori, Beſchreibung des koloſſalen Ichthyoſaurus trigo⸗
nodon in der Lokal⸗Petrefaktenſammlung zu Banz, mit Abbildungen in natür⸗
licher Größe. München bei Franz, 1854.

Exodus cantorum. Seite 63.

Wer von Streitberg am Eingang zum höhlenreichen Muggendorfer Tal als
Wanderer auszieht, kann in drei bis vier Tagen die ſämtlichen von dieſer
Sängerfahrt beſtrichenen Orte erreichen. Die Landſchaft dieſer burgenreichen
Engtäler des dolomitiſchen Juragebirges bietet einen Wechſel von lieblichen,
wildphantaſtiſchen und unheimlichen Eindrücken, der ſich dem Gedächtnis ſcharf
einprägt. Gotthilf Schubert, der ſinnige Pilger in das Morgenland, fühlte
ſich im Gebirg von Juda lebhaft an die Felſenwildnis bei Rabenſtein erinnert.
Vergl. Walter, topiſche Geographie von Bayern, Seite 197 ff.
üÜber das im Jahr 1849 ausgeſtorbene Geſchlecht der Grafen von Schlüſſel⸗
berg und ihre Beſitzungen vergl. Falkenſtein, nordgauiſche Altertümer II. 335.

40) Von Babenberk bischof Egebreht
den wil ich gerne gruezen,
er was an allen tugenden reht,
er kunde wol kumber buezen.
Der Tanhuser bei v. d. Hagen, Minneſänger II. 90.

44) vreislich = ſchrecklich. S. Nibel.⸗Lied 1656, 2.

42) Ebenhoch — ein auf Rädern beweglicher, den Mauern anſchiebbarer, mit
Fallbrücke verſehener, zur Aufnahme bewaffneter Wallerſteiger eingerichteter
Belagerungsturm von Holz. Vergl. Parzival 206, 1ff.
. ir ebenhoehe unde ir mangen,
swaz üf redern kom gegangen.




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