Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-1/3
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 3: Frau Aventiure)
[1916]
Seite: 135
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Anmerkungen. 13⁵

Bruder Waghals. Seite 67.

43³) Ciklat oder Siglat, ein orientaliſches Wort, das einen koſtbaren Seiden⸗
ſtoff mit eingewebtem Gold bezeichnet. Andere feine Zeuge waren der Baldekin,
Blialt, Palmat, Roſat uſw. S. Weinhold, die deutſchen Frauen. S. 424.

Fahrender Schüler Pſalterium. Seite 71.

44) Die fahrenden Schüler, welche in der vielſeitigen geiſtigen Bewegung des
XII. und XIII. Jahrhunderts eine ſcharfausgeprägte Richtung vertreten, näm⸗
lich eine auf klaſſiſcher Bildung ruhende, üppige Lebensheiterkeit und eine die
Gebrechen der Berufsſtände, beſonders ihres eigenen, des geiſtlichen Standes
ſcharf geißelnde Satire, haben in der inhaltreichen Liederhandſchrift der car-
mina burana (Publikationen des literariſchen Vereins zu Stuttgart, Band
XVI.) ein wichtiges Denkmal hinterlaſſen. Der Ernſt und die Schalksnatur
ſchreiten mit unbefangener Jugendfriſche in der glücklich gewählten Verhüllung
lateiniſcher Rhythmen einher.
Manche ihrer Schülerleiſtungen — beſonders die Ergüſſe des mit dem deut⸗
ſchen Reichskanzler Reinald von Daſſel, Erzbiſchof von Köln (1156—67) nach
Italien gezogenen Archipoëta Gualterus erheben ſich zum Schwungvollſten,
was je ein Meiſter jener Zeit hervorgebracht, und wer heutigentages ſich an
dem Lied mihi est propositum in taberna mori ergötzt, denkt dabei ſchwer⸗
lich daran, daß ſich damit im Jahr 1163 oder 1164 im hohenſtaufiſchen Haupt⸗
quartier zu Pavia ein leichtſinniger Schreibersmann ſeinem geſtrengen geiſt⸗
lichen Gebieter entſchuldigte, daß er bei dem ſüßen Wein und andern Lockungen
des Südens den Amtsgeſchäften der Schreibſtube untreu geworden. — Im
Salzburgiſchen ſcheinen die Fahrenden unter Erzbiſchof Eberhard II. (1200 bis

1249) gute Zeiten gehabt zu haben; ſie ahmten in drolligen Schriftſtücken den

erzbiſchöflichen Kurialſtil nach und forderten durch verſchiedenen UÜbermut die
Geiſtlichkeit zu ſtrengen Unterdrückungsmaßregeln heraus. Vergl. Gieſebrecht,
über die Vaganten oder Goliarden und ihre Lieder, in der Allgemeinen Mo⸗
natſchrift Januar und April 1853. — Büdinger, über einige Reſte der Va⸗
gantenpoeſie in Oſterreich. Wien, 1854.

Die Verfluchung. Seite 78.

IV. 45) leccator, wohl in keinem Wörterbuch klaſſiſcher Latinität anzu⸗
treffen, ſcheint Schmarotzer zu bedeuten.
Vergl. Archipoëta IV. 22:
doleo cum video leccatores multos
penitus inutiles penitusque stultos,
nulla prorsus animi racione fultos
sericis et variis indumentis cultos.
Jakob Grimm in den Abhandlungen der Berliner Akademie von 1843 „Ge⸗
dichte des Mittelalters auf König Friedrich I. den Staufer, aus ſeiner ſowie der
nächſtfolgenden Zeit“ S. 196. — Eine noch gründlicher donnernde gereimte
lateiniſche Strafpredigt ad vagos ſamt deutſcher Uberſetzung iſt dem aus dem
Beginn des XIII. Jahrhunderts ſtammenden, dem Ingrimm des neu entſtan⸗


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