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I. Naturwiſſenſchaftlich. 13
Gleich einem Kürbis fällt es ab
Und rührt ſich nicht vom Fleck.
Mit rundem Eulenangeſicht
Nickt's ſanft und lächelt brav:
Denn nach gelungener Fütterung kommt
Als Hauptarbeit der Schlaf.
. . O Menſch, dem ſolch ein Rieſentier
Nicht glaublich ſcheinen will,
Geh nach Madrid! dort zeigt man dir
Sein ganz Skelett foſſil.
Doch biſt du ſtaunend ihm genaht,
Verliere nicht den Mut:
So ungeheure Faulheit tat
Nur vor der Sündflut gut.
Du biſt kein Megatherium,
Dein Geiſt kennt höhere Pflicht,
Drum ſchwänze kein Kollegium
Und überfriß dich nicht.
Nütz' deine Zeit, ſie gilt ſtatt Gelds,
Sei fleißig bis zum Grab,
Und ſteckſt du doch im faulen Pelz,
So fall' mit Vorſicht ab!
Der Baſalt.
„Mag der baſaltene Mohrenſtein
Zum Schreck es erzählen im Lande,
Wie er gebrodelt in Flammenſchein
Und geſchwärzt entſtiegen dem Brande:
Brenn's drunten noch Jahr aus Jahr ein,
Beim Wein ſoll uns nicht bange ſein,
Nein, Nein!
Soll uns nicht bange ſein!“
F. v. Kobell, Urzeit der Erde, p. 88.
Es war der Baſalt ein jüngerer Sohn
Aus altvulkaniſchem Hauſe,
Er lebte lange verkannt und gedrückt
In erdtief verborgener Klauſe.
Vulkaniſche Kraft war damals gehaßt
Ob ihrer zerſtörenden Schläge,
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