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II. Kulturgeſchichtlich. 2
Weisheit entſtrömt bedachtſam zechender Männer Mund,
Zumal an jenem obern, linnenweißen Tiſch, .
Wo Tegulinums Augur, ſpäter Mitternacht
Trotz bietend, ausharrt, einer ehernen Säule gleich,
Und ſternenkundig vorſingt in dem Rundgeſang.
O Wirtshaus zur Chimära! doch ſag' an, wohin,
Wohin verſchwindet ... ha! was ſpricht mein Mund es aus,
Das dreimal gottverfluchte Wort, von dem allein
Des Tuskers Schickſal abhängt, ha — das bare Geld?!
O Fufluns, Fufluns! unheilvoller Bacchus du! G
's iſt alles fort und hin und hin und fort .. . hahumm!
. . Doch eine Tat, ich ſchwör's, ſei itzt von mir getan,
Wie ſie die blöde Welt ſich nicht im Traume träumt,
Gräßlich und kalt ... mein Name ſoll zur Nachwelt noch
Durch dieſe Tat ſich überpflanzen, ſchreckenvoll;
So wahr ich hier an dieſem Prieſtergrabe ſteh',
Ich — Pumpus von Peruſia, der Etruskerfürſt!...“
Er ſprach's und ging. Unheimlich fiel ein Sonnenſtrahl
Auf Speer und Helm. Fahl leuchtet's im Zypreſſenwald,
Dumpf brauſt ein Windſtoß, grabtief, fernem Seufzen gleich.
Die Welt war damals harmlos noch. Man kannte nicht
Des bürgerlichen Rechtes vielverſchlungnen Pfad,
Und ſelbſt der Greis im Silberbart, er wußte nicht
Die Antwort auf die Frage, was ein Darleh'n ſei.
Doch jenen Tages ward im Wald bei Sueſſulae
Zum erſtenmal, ſeit daß die Welt geſchaffen ſtand,
Ein Held von einem andern Helden — angepumpt!
Das iſt der Sang vom Pumpus von Peruſia.
Die Teutoburger Schlacht.
Als die Römer frech geworden,
Zogen ſie nach Deutſchlands Norden,
Vorne beim Trompetenſchall
Ritt der Generalfeldmarſchall,
Herr Quinctilius Varus.
Doch im Teutoburger Walde
Hu, wie pfiff der Wind ſo kalte;
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