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Gaudeamus!
Raben flogen durch die Luft
Und es war ein Moderduft
Wie von Blut und Leichen.
Plötzlich aus des Waldes Duſter
Brachen krampfhaft die Cherusker;
Mit Gott für Fürſt und Vaterland
Stürmten ſie von Wut entbrannt
Gegen die Legionen.
Weh! das ward ein großes Morden.
Sie erſchlugen die Kohorten;
Nur die römiſche Reiterei
Rettete ſich noch ins Frei',
Denn ſie war zu Pferde.
O Quinctili, armer Feldherr!
Dachteſt du, daß ſo die Welt wär?
Er geriet in einen Sumpf, G
Verlor zwei Stiefel und einen Strumpf
Und blieb elend ſtecken.
Da ſprach er voll AÄrgernuſſen
Zum Centurio Titiuſſen:
„Kamerade, zeuch dein Schwert hervor
Und von hinten mich durchbohr,
Da doch alles futſch iſt.“
In dem armen römiſchen Heere
Diente auch als Volontäre
Scävola, ein Rechtskandidat,
Den man ſchnöd gefangen hat,
Wie die andern alle.
Dieſem iſt es ſchlimm ergangen;
Eh' daß man ihn aufgehangen
Stach man ihn durch Zung' und Herz,
Nagelte ihn hinterwärts
Auf ſein Corpus Juris.
Als die Waldſchlacht war zu Ende,
Rieb Fürſt Hermann ſich die Hände,
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