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LI. Kulturgeſchichtlich. 3¹1
Und um ſeinen Sieg zu weih'n,
Lud er die Cherusker ein
Zu 'nem großen Frühſtück.
Nur in Rom war man nicht heiter,
Sondern kaufte Trauerkleider.
Grade als beim Mittagmahl
Auguſtus ſaß im Kaiſerſaal,
Kam die Trauerbotſchaft.
Erſt btieb ihm vor jähem Schrecken
Ein Stück Pfau im Halſe ſtecken,
Dann geriet er außer ſich
Und ſchrie: „Varus, Fluch auf dich!
Redde Legiones!“
Sein deutſcher Sklave, Schmidt geheißen,
Dacht': „Ihn ſoll das Mäusle beißen,
Wenn er ſie je wieder kriegt,
Denn wer einmal tot da liegt,
Wird nicht mehr lebendig.“
Und zu Ehren der Geſchichten
Will ein Denkmal man errichten.
Schon ſteht das Piedeſtal,
Doch wer die Statue bezahl',
Weiß nur Gott im Himmel.
Am Grenzwall.
„ barritum civere vel maximum. Qui
clamor ipso fervore certaminum a tenui
susurro exoriens paullatimique adulescens
ritu extollitur fluctuum cautibus illiso-
rum..
Ammian. Marccllin. XVI 12.
Ein Römer ſtand in finſtrer Nacht
Am deutſchen Grenzwall Poſten,
Fern vom Kaſtell war ſeine Wacht,
Das Antlitz gegen Oſten...
Da regt ſich feindlich 'was am Fluß,
Da ſchleicht und hallt 'was leiſe...
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