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40 Gaudeamus!
derle, vund vmb die Zeit ſeines todts gefragt vnd vermerkt
haben, daß es mit der Zeit vberein geſtimmt, da ſie das Geſchrey
auff dem Meer gehört hatten; wie Weyland ein Profeſſor zu
Heydelberg in ſeinen Schriften auffgezeichneter hinderlaſſen
hat.“
Der Enderle von Ketſch.
Chorus:
Jetzt weicht, jetzt flieht! Jetzt weicht, jetzt flieht
Mit Zittern und Zähnegefletſch:
Jetzt weicht, jetzt flieht! Wir ſingen das Lied
Vom Enderle von Ketſch!
Solo:
Ott Heinrich, der Pfalzgraf bei Rheine,
Der ſprach eines Morgens: „Rem blemm!
Ich pfeif' auf die ſaueren Weine,
Ich geh 'nach Jeruſalem!
Viel ſchöner und lilienweißer
Schau'n dort die Jungfrauen drein:
O Kanzler, o Mückenhäuſer,
Fünftauſend Dukaten pack ein!“
Und als ſie ſaßen bei Joppen,
Da faltet der Kanzler die Händ:
„Jetzt langt's noch zu einem Schoppen,
Dann ſind die Dukaten zu End!“
Ott Heinrich, der Pfalzgraf, ſprach munter:
„Rem blemm! Was ficht uns das an?
Wir fahren nach Cyprus hinunter
Und pumpen die Königin an.“
... Schon tanzte die alte Galeere
Vor Cyprus in funkelnder Nacht,
Da hub ſich ein Sturm auf dem Meere
Und rollender Donner erkracht.
Unzuckt von geſpenſtigem Glaſte
Ein ſchwarzes Schiff brauſt vorbei,
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