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III. Die Lieder vom Rodenſtein. 51
'raus jetzt! 'raus aus dem Haus jetzt!
Herr Pfarr, und bleibt geſund!
's fließt nirgend mehr ein Tropfen Wein
Aus Krug und Hahn und Spund.“
Da flucht' der Pfarr': „Ich dank recht ſehr,
Schwernot! Iſt alles hin,
So will ich ſelbſt im wilden Heer
Als Feldkaplan mitzieh'n!
'naus jetzt! 'naus aus dem Haus jetzt!
Herr Ritter, ich ſchlag' ein:
Iſt all mein Wein zum Teufel, ſoll
Ein andrer Pfarrherr ſein!
Huſſa, hallo!
Jo, hihaho!
Rumdiridi, langt's nit,
Hoidirido, ſelbſt mit!
Hölliſcher Chor,
Heut reit' ich vor:
naus! 'naus! 'naus!!“
Die Fahndung.
Und wieder ſprach der Rodenſtein:
„Pelzkappenſchwerenot!
Hans Breuning, Stabstrompeter mein,
Biſt untreu oder tot?
Lebſt noch?.. Lebſt noch und hebſt noch?
Man g'ſpürt dich nirgend mehr.
Schon naht die durſtige Maiweinzeit,
Du mußt mir wieder her!“
Er ritt, bis er gen Darmſtadt kam,
Kein Fahnden war geglückt; L
Da lacht' er, als am ſchwarzen Lamm
Durchs Fenſter er geblickt:
„Er lebt noch! .. Lebt noch und hebt noch!
Doch frag' mich keiner: wie?
Wie kommt mein alter Flügelmann
In ſolche Kompagnie?“
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