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V. Aus dem Weiteren. 69
Jetzt die Sau von Civitella
Grunzend ihre Eicheln frißt,
Und die Hüterin der Schweine,
Die blauäugige Salomea,
Fruchtlos den Bajokko bettelt?
Wannen werd' ich bei den alten
Eichen in der Serpentara
Wieder Mittagmahlzeit halten,
Wo gelockt vom Duft der Schüſſeln
Züngelnd uns die Schlange naht?
Wannen endlich — denn dem Schönen
Eng verbunden iſt das Gute —
Werd' ich wieder hier am Tiſche
Solche Makkaroni koſten?
Solche Hühner — ſolche Tauben?
Solche Fritti — ſolche Trauben?
Und dazu auf Diskretion das
Indiskrete Quantum tilgen
Dieſes rot ſamnitiſchen Landweins?
Nimmer wahrlich ſoll verſtummen
Der Geſang des Danks und Preiſes,
Und wenn der Serrone ſelber L
Ganz mit Lorbeern wär' bewachſen:
Nicht genügt's, den Kranz zu flechten,
Der der Schöpferin des Guten,
Der der Schaffnerin der Küche,
Der der würdigen Regina
Um das Haupt zu winden wäre.
Wenn wir jetzt ſchon ſolches denken,
Wie wird erſt zu Rom im Lepre
Und im ſchäbigen Fiano,
Wenn der magre Tag beginnet,
Die Erinnrung ſich vergrößern?
Unerreichbar, duftig, glanzreich,
Stillverklärt wie erſte Liebe,
Fern wie alte Heldenſage
Wird der Mythus von Reginas
Feiner Küche vor uns ſtehn:
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