Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-4/6
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 4: Gaudeamus)
[1916]
Seite: 75
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V. Aus dem Weiteren. 75

Still einſam war's. Die Flut begann
Sich im Abendpurpur zu färben,
Da rannte der Tod mich plötzlich an,
Daß ich vermeinte zu ſterben.

Der Herzſchlag ſtockte, es ſtockte das Blut,
Die Glieder wollten ermatten,
Die Freunde trugen mit trübem Mut
Hinab mich in kühlenden Schatten.

Da ſprach ich ruhig: „O laßt mich hier,
Will nichts von der Heimfahrt mehr wiſſen;
Sie fragten dort drüben noch nie nach mir,
Können auch meine Aſche vermiſſen.

Hier umglänzt mich die alte blaugoldne Pracht,
Die der Jugend Leid mir verſüßte,
Hier murmelt das Meer ſo träumeriſch ſacht,
Als ob Sorrento mich grüßte.

Hier umſtehn, eine altbefreundete Schar,
Mein Schmerzenslager die Palmen,
Im Fächerdach rauſcht's voll und klar
Wie tröſtende Sterbepſalmen.

Hier fand ich Schönheit und Liebe und Glück
Fern allen Toren und Laffen;
Gern kehrt die Seele von hier zurück
Zu dem, der das Schöne geſchaffen.“

Der Tod aber rief von der Straße her:
„Gemach, das hat keine Eile;
Noch immer magſt du im Lebensmeer
Abzappeln dich eine Weile.

Kein übler Geſchmack: ſo am Palmenſtrand
Ein Grab in italiſcher Erden!
Du mußt, o Freund, erſt im deutſchen Land
Lebendig zur Mumie werden!“

Die Heimkehr.

Der Pfarrer von Aßmannshauſen ſprach:
„Die Welt ſteckt tief in Sünden,


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