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82 Gaudeamus!
Wer aber ſchwimmt jammernd dort drüben zum Land
Und hält das geſchwollene Haupt mit der Hand
Und beginnt betrüblich zu klagen?
He, Grindwal! was hat dir der Amtmann getan,
Daß den dicken, den tapfern, rechtskundigen Mann
Dein Schwanz ſo unſanft geſchlagen?
Noch eine Stunde — und Stille ruht
Ob Schiffen und Strand und geröteter Flut,
Die Waſſerſchlacht iſt zu Ende.
Erſchlagener achtzig decken den Sand,
Die Sieger reihen ſie nebeneinand
Und waſchen die blutigen Hände.
Dann kommt der Taxator und ſchätzt und ſchaut
Und ſchneidet die Zahl des Gewichts in die Haut
Und bemißt als Geſetzeshüter
Des Königs Zehnten, der Kirche Zins
Und einem jeden den Teil des Gewinns
Nach Größe und Maß ſeiner Güter.
Dem Kampf ward ſein Lohn, und wir können nach Haus,
Drum ſchneidet Leber und Herz gleich aus,
Die geben den leckerſten Biſſen.
Doch du, Chriſtine, bekommſt davon nichts;
Durchdringt dir das Walfett die Haut des Geſichts,
Will niemand vom Küſſen mehr wiſſen.
Der Aggſtein.
. . das purcstal hat angvangen tze pawen her
Jörig der Schrekk von Wald, des nechsten
mantag nach unser Fraun tag nativitatis, da
von Crist gepurd warn ergangen MCCXXVIII.
Inſchrifttafel am dritten Tor der Burg.
Nun die erſten Lerchen ſtiegen
Und der Himmel freundlich lacht,
Hab' auch ich zu neuem Fliegen
Wanderfroh mich aufgemacht.
Dir gilt's heut, Kuenringer Feſte,
Aggſtein, wetterbraun und rot,
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