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Gaudeamus!
Die Fenſter klirrten — o bittres Deſſert!
Ein Kanonenſchuß vom Kniebis her!
Noch einer — piff, paff! — 's iſt nimmer geheuer,
O Gott, Geſchütz⸗ und Musketenfeuer!
Und zwiſchen hinein: trom trom, trara!
Behüt' uns Gott vor der Muſika!
Wie wenn der Blitz in ein Taubenhaus ſchlägt,
Schwirrt alles verſtört und bewegt und erregt ...
Dort fällt ein Stuhl — hier zerbricht ein Teller,
Dort verſchüttet einer den Muskateller,
Die Damen ſchluchzen, die Kinder ſchrei'n, —
Der taucht ſein Biskuit in Senftopf ein —
Der fordert die Rechnung — der Roſſe — der Wagen —
Der denkt: jetzt hat meine Stunde geſchlagen
Und ſpricht zur lockigen Nachbarin:
„Ich lieb' Euch! laßt uns zuſammen fliehn!“
Der ruft zum Wirt: „Ade, ſeid geduldig!
Für diesmal bleib' ich die Zeche ſchuldig!“
Der zupft ihn am Armel — der tritt ihm den Fuß:
Ein Königreich für einen Omnibus!
Auf, auf! helft, helft! ſchon hört man ganz nah
Trom trom! trom trom! — trari, trara!“
O Rippoldsau, du ſtilles Tal,
Wie warſt du verwandelt mit einemmal,
Seit der Sündflut hat, in verworrener Flucht,
Keine Geſellſchaft ſo das Weite geſucht.
Hier trug ein Herr auf erhobenem Arm
Eine ohnmächtige Dame durch den Schwarm,
Hier galoppte ein Reiter die Straße hinab,
Dort entfernte ein Hausknecht zu Fuß ſich im Trab,
Ja, ein verſpäteter Unglücksſohn
Ritt auf dem Haushund Sultan davon.
Eine halbe Stunde — und ſtill und ſtumm
Lag Badhaus und Quelle und alles ringsum,
Nur auf der Galerie der Muſik
Blieb ein einzig menſchliches Weſen zurück.
Es war der Flötiſt, er ſtieg fröhlich und munter
In den menſchenverlaſſenen Saal herunter
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