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V. Aus dem Weiteren. 101
Und ſprach: „Wozu das unnütze Rennen!
's iſt Zeit genug noch, um durchzubrennen,
Doch ein Laufen mit Durſt und mit leerem Magen
Das kann kein Flötenſpieler vertragen.“
Er ſetzte ſich an den verlaſſenen Tiſch
Und tat ſich noch gütlich mit Braten und Fiſch,
An Biskuit und Mandeln, am ganzen Deſſert,
Als ob kein Schwed' in der Nähe wär ...
Auch ſteckt' er gelaſſen in ſeine Taſchen
Zwei unverſehrte Affentaler Flaſchen,
Bis daß auf fünfzig Schritte nah
Es von neuem klang: „Trari, trara!
Trom, trom, trom, trom, trom, trom, hurra!
Der Schwed' iſt da, — der Schwed' iſt da!“
Da griff er ruhig zu Flöte und Hut;
„Ich ſagt's ja, der Petzold weiß, was er tut.
Jetzt noch ein Glas Wein und das letzte Stück Kuchen,
... Dann will auch ich den Petzold ſuchen!“
Feſtgruß
zur Feier von Hebels hundertjährigem Geburtstag 10. Mai 1860
Den in Schopfheim zur Feſtfeier Verſammelten.
Gott grüßich all, ihr liebi Here z'Schopfe,
J hanich neumis z'brichten us der Fremdi.
So 'ne verfahrne Säckinger Trompeter
Iſch ſelte d'heim; 's viel Sitze g'fallt em nit,
Und wie der Vogel, wenn der Früehlig chunnt,
So fliegt er us und ſingt in andrem Land,
Drum chani ietz nit zuenich, 's tuet mer leid.
Doch loſet, was mer jüngſt bigegnet iſch.
Im Baierland iſch mi Station. Und geſter
Do fahri uf'me wunderblaue See,
Me ſeitem Chiemſee oder bariſch Meer,
Und find en Insle, ſunnig, ſufer, chli
Und friedli ſtill. Es hunſe Fiſcher dört
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