Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-4/6
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 4: Gaudeamus)
[1916]
Seite: 104
(PDF, 17 MB)
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  (z. B.: IV, 145, xii)



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104 L Gaudeamus!

Und glänziger iſch d'Gegnig gſy und wärmer,
As wär dört ewig Früehlig, ewig Sunntig;
Und ſcho am Luftzug het me g'ſchpüert, es weiht
E ſanftrer Othem dört ... i ſelber bi
Mer gröber vorcho wie 'ne Hozzewälder,
Der uffen Bal dappt z'Friburg im Muſeum.
Doch wandli fürwärts. Lueg, do iſch e Tal,
E prächtig Matteland und ſchöni Waldig
Und klar und friſch e Bergforellewaſſer.
. .. Es het mi gmahnt ans hinter Wieſetal,
Wemme vo Mambach nidſi goht go Huſe,
So ſchön het alles blüeht, ſo ſaftig friſch
Hen d'Chrüter gſchproßt.. . Früeh iſch's no gſy am Morge.
Doch wieni witers chumm, ſo höri rede.
Am Waldhang ſitzt en alt ehrwüerd'ge Greis,
Schneewis vo G'’wand und mild vo Gſicht und Art,
Um ihn im Moos e luſtig Chindervolch.
Schuel het er g'halte. Nei, wie henſ'em g'looſet.
Me het jeds Läubli wiſple ghört im Wald.
Und Zucht iſch gſy und Ordnig. Me het's g'merkt
Der bruucht kei Ruete, 's Vüdeli ze verſohle.
Druf ſchließt ers Buech und lächelt und ſeit: „So!
„Jetzt ſingt no eis, dann chönnd 'er gé go ſpiele,
„Und über d' Matte gumpe, doch gend Achtig,
„Daß kei's 'ne Mejeblüemli z'ſemmetritt,
„Und tüend keim guete Tierli Oeppis z'leid!“

Was meinet er, as d'Chinder g'ſunge hen?
„Se helfis Gott und gebis Gott
E gute Tag und b'hüetis Gott!
Mer beten um echriſtlig Herz,
Es chunnt eim wohl in Freud und Schmerz,
Wer chriſtli lebt, het frohe Muet,
Der lieb Gott ſtoht für alles guet.“

Dann packes z'ſemm und batſche froh in d'Hend
Und ſpringe furt. Der Greis chunnt uf mi zue.
„Gottwilche,“ ſeit er, „was biſch du für ein'?“
Ich antwort: „Nüt für unguet, eigentli
„Se g'höri nit ganz uf de Morgeſtern,


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