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V. Aus dem Weiteren. L 107
„Hani als Chnab nit oft dört gſchpielt und g'frogt:
‚Wer iſch der Ma mit ſiner edle Stirn,
„Sim chruſe Hoor, ſim Lächlen um den Mund?“
„Sin ſell nit Euri Züg? iſch nit der G'ſang,
„Den ſelli Chind dört ſingen, au von Euch
„Und ſind Ihr nit der Johann Peter Hebe!l?“
Do winkt der Greis und lächelt fin und ſeit:
„'s cha ſy, 's cha ſy . .. denk wohl, i bin en gſy,
„Doch iſch's mer jetz, wenn i dört abi lueg,
„Juſt wienis früeher ſelber b'ſchribe ha:
„„Lueg, dört iſch d'Erde gſy, und ſelle Berg
„„Het Belche g'heiſſe ... nit gar wit dervo
„„Iſch Wisleth g'ſy, dört hani au ſcho g'lebt
„„... und möcht jez nümme hi...!““
.. . Verſtohſch mi au?
„Und weiß me öppis dunte no vo mir?“
„O Meiſter,“ rüefi, „nei, wie magſch ſo froge?
„Se lang im Feldberggrund ne Tanne wurzlet,
„Und d'Wieſe ſtrömt und d'Wehre und de Rhi,
„Se lang no Meidli flink und dundersnett
„Und Buebé obeds um de Liechtſpon ſitze,
„Wenns Marei ſeit: verzehlis näumis, Aetti,
„Se lang weiß me vo Dir und wird me wüſſe!
„S'iſch kein meh cho, der g'ſunge het wie Du
„So friſch vom Herze und ſo heimet⸗treu,
„Ders g'füehlt het, was im zarte Haberchörnli,
„In Feld und Wald, in Felſen und in Bäche
„Für e verborgni Offebarig lebt, G
„Kein, dem wie Dir die guete Schwarzwaldgeiſchter
„Ihr Sproch zueg'flüſtert hen, ihri g'heimi Sache,
„Der die Böſe ſelber, de Irrgeiſt und de Puhu
„So z'bſchwöre weiß mit ſcherzhaft ſpitzge Wort!
„Weger, 's het Grund, aſſ, wemmen uffem Wald
„Jetzt in e Stube goht, uf's Brettli wiſt,
„Wo's Husarchiv un d'Büecherei verwahrt ſtoht,
„— Links ob der Tür — und frogt: „was hender do?“
„Der Husher ſeit: „Mi Biblen und mi Hebel!“
„'s bruucht nit viel mehr zuem fromm und fröhlich ſy.
„O Dichtersma, wie möcht i Di drum nide!
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