Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-4/6
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 4: Gaudeamus)
[1916]
Seite: 115
(PDF, 17 MB)
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  (z. B.: IV, 145, xii)



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Nachwort. 115

Was ſie in dir jetzt treiben, das iſt mir ganz egal.
Um lederne Ideen führt man manch heißen Kampf,
Es iſt im Grund doch alles nur Nebel, Rauch und Dampf.
Fahrt wohl, ihr roten Roſen, was nützt mich euer Duft?
's hat Mitternacht geſchlagen, ich wittre Morgenluft.
Hier oben wächſt der Unſinn zu maſſenhaft heran,
Im Wein nur liegt die Wahrheit, dort ſuch' ich ſie fortan.
Beim Heidelberger Faſſe, beim Weintrunk ohne End'
Erklär' ich alter Narre mich jetzt für permanent!
Perkio ſtieg zum Keller und kam nicht mehr herfür,
Er trank noch ſiebzehn Jahre tief unten Malvaſier.
Ein Dutzend Flaſchen waren ſein täglich Deputat.
Draus ſchöpft' in ſtillem Trunk er viel Weisheit früh und ſpat.
Viel ſchöne Gedanken flogen wie Lerchen um ihn herum,
Und konnt' er nicht mehr grade, ſo ging er eben krumm.
Als er zuerſt hinabſtieg, das Faß war eben voll,
Und als er kam zu ſterben, klang's ſchon gewaltig hohl.
Da ſprach er fromm: Geprieſen ſei mir des Herren Macht,
Die in mir ſchwachem Knirpſe ſo Großes hat vollbracht.
Gleich wie's dem kleinen David gegen Goliath einſt gelang,
So ich als tapfrer Streiter meinen Rieſendurſt bezwang.
Meine Zeit iſt jetzt vorüber, ich fall beruhigt ab,
Begrabt mich unterm Faſſe und — trinkt auf meinem Grab.
Perkio ward begraben, es iſt ſchon lange her,
Das Heidelberger Faß iſt jetzt verſiegt und leer.
Doch der dies Lied geſungen, hat durſtig ſein gedacht
Und ehrfurchtsvoll beim Faſſe dem Zwerg ein Hoch gebracht.

S. 60. Das große Faß zu Heidelberg. Bgl. den intereſſanten

Brief Scheffels an Adolf Holtzmann vom 15. Sept. 1865 im „Eu⸗
phorion“ XV (1908), S. 175 f., ferner Proelß, gr. Ausg. 623 f. und
Tille im Scheffeljahrbuch 1893, S. 250 f.

S. 65. Runglſtein bei Bozen. Die Fresken des Schloſſes

Runkelſtein, gezeichnet und lithographiert von Ignaz Seelos, hat J.
V. Zingerle mit erklärendem Text herausgegeben. Innsbruck 1857.
Einige wenige ſind jetzt bequem zugänglich in Burgers Handbuch
der Kunſtwiſſenſchaft, Lieferung 20 (Burger, Die deutſche Malerei
II, S. 254). Bgl. auch die venetianiſche Epiſtel im VII. Bd., S.
215 unſerer Ausgabe.

S. 72. Der Hut im Meerxr. Bgl. Anton v. Werner, u. a.


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