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82 Fünftes Kapitel.
Zöpfe, die nicht zu dieſem Habit gehörten ... er richtete ſich
auf, ein ungeſtümer Zorn kam über ihn, denn Ekkehard war
jung und eifrig, und in Sankt Gallen war ſtrenge Sitte, und es
hatte ihm noch nie als möglich vorgeſchwebt, daß ein Mann
im Ordenskleid ein Weib küſſen möge.
Sein wuchtiger Haſelſtock ruhte ihm noch im Arm; itzt ſprang
er vor und ſchlug dem Kellermeiſter einen wohlgefügen Streich,
der zog ſich von der rechten Schulter nach der linken Hüfte und
ſaß feſt und gut wie ein auf Beſtellung gelieferter Rock — und
bevor ſich jener der erſten überraſchung erholt, folgte ein
zweiter und dritter von gleichem Schrot... er ließ ſein ſtei⸗
nern Geſchirr fallen, daß es am Pflaſter zerſchellte; Kerhildis
entfloh.
Beim Krug von der Hochzeit zu Kana! rief Rudimann, was
iſt das? und wandte ſich gegen den Angreifer. Jetzt erſt ſchau⸗
ten ſich die beiden von Angeſicht zu Angeſicht.
Ein Gaſtgeſchenk iſt's, ſprach Ekkehard ingrimmig, das der
heilige Gall dem heiligen Pirmin ſendet ¹⁰⁰“) und er erhub ſeinen
Stab von neuem.
Dacht' ich's doch, ſchalt der Kellermeiſter, ſankt galliſche
Holzäpfel! Man kennt euch an den Früchten: Boden hart,
Glaube roh, Leute grob ¹⁰¹)! Wartet des Gegengeſchenks.
Er ſah nach etwas Greifbarem um, ein namhafter Beſen
ſtand in der Ecke, mit dem waffnete er ſich und gedachte auf den
Störer ſeines Friedens einzudringen...
Da rief's gebietend von der Pforte her: Halt! Friede mit
euch! Und eine zweite Stimme frug mit fremder Betonung:
Was iſt hier für ein Holofernes aus dem Boden gewachſen?
Es war der Abt Wazmann, der mit ſeinem Freund Simon
Bardo, dem ehemaligen Protoſpathar ¹⁰²) des griechiſchen Kai⸗
ſers, von der Einſegnung der Weinleſe zurückkehrte. Das Ge⸗
räuſch des Streits unterbrach eine gelehrte Auseinanderſetzung
des Griechen über die Belagerung der Stadt Hai durch Joſua
und die ſtrategiſchen Fehler des Königs von Hai, da er mit
ſeinem Heer auszog wider die Wüſte. Der alte Griechenfeld⸗
herr, der die Heimat verlaſſen, um im byzantiniſchen Ruhe⸗
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