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96 Siebentes Kapitel.

aber der Reitknecht war ſchon unter Luitfried, des Kammer⸗
boten Neffen, dabei geweſen, wie ſie den Biſchof Salomo einſt⸗
mals niederwarfen, und hatte ſich von dazumal die irrige Mei⸗
nung eingeprägt, bei Niederwerfung geiſtlicher Herren gehöre
ein feſter Fauſtſchlag, Stoß oder Fußtritt unumgänglich zum
Landbrauch ¹114).
Jetzt führte Frau Hadwig ihren Gaſt an der Hand durch den
Schloßhof und wies ihm ihre luftige Behauſung und die ſtolze
Fernſicht nach Bodenſee und Alpenkuppen, und der Burg Leute
baten um ſeinen Segen — auch die Reitknechte kamen und die
Träger der Sänfte, und er ſegnete ſie alle.
Dann geleitete ihn die Herzogin bis an den Eingang. Ein
Bad war ihm zurecht gemacht ¹¹“) und friſche Gewandung be⸗
reitet; ſie hieß ihn ſich pflegen und ausruhen, und Ekkehard war
fröhlich und guter Dinge nach leicht erſtandener Gefahr...
In der Nacht, die jenem Tage folgte, trug ſich's im Kloſter
Sankt Gallen zu, daß Romeias, der Wächter, ohn' allen Anlaß
von ſeiner Matte auffuhr und grimmig in ſein Horn ſtieß, ſo
daß die Hunde im Kloſterhof anſchlugen und alles wach wurde
und zuſammenlief — und war doch weit und breit niemand, der
Einlaß begehrte. Der Abt ſchrieb's auf Rechnung böſer Geiſter,
ließ aber zugleich des Romeias Veſpertrunk ſechs Tage lang
auf die Hälfte herabſetzen — eine Maßregel, die jedoch auf Vor⸗
ausſetzung eines gänzlich unrichtigen Grundes beruhte.

Siebentes Kapitel.
Virgilius auf dem hohen Twiel.
Wenn einer ſeine Überſiedelung an neuen Wohnſitz glücklich
bewerkſtelligt hat, dann iſt's ein anmutig und reizend Geſchäft,
ſich wohnlich einzurichten.
Iſt auch gar nicht ſo gleichgiltig, in was Stube und Um⸗
gebung einer hauſt, und weſſen Fenſter auf die Heerſtraße zie⸗
len, wo die Laſtwagen fahren und die Steine geklopft werden,
bei dem halten ſicherlich mehr graue und verſtäubte als bunt⸗
farbige Gedanken Einkehr. L


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