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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw5/0147
146 Zehntes Kapitel.

ein Blättlein Goldſchaum vom Vergolden der Nüſſe lag an
der Schwelle, Audifax bückte ſich darnach, es zerging ihm unter
den Fingern. Das iſt dem Chriſtkind von den Flügeln ab⸗
gefallen, ſprach Hadumoth leiſe zu ihm.
Auf großen Tiſchen lagen die Geſchenke für die dienenden
Leute, ein Stück Leinwand oder gewoben Tuch und einiges
Gebäck; ſie freuten ſich des nicht allzeit ſo milden Sinnes der
Gebieterin. Bei Hadumoths Anteil lag richtig die Pelzhaube.
Sie weinte, als Praxedis ihr freundlich den Geber verriet. Ich
hab nichts für dich, ſagte ſie zu Audifax. Es iſt ſtatt der
Goldkrone, ſprach er. Knechte und Mägde dankten der Her⸗
zogin und gingen in die Geſindeſtube hinunter.
Frau Hadwig nahm Ekkehard bei der Hand und führte ihn
an ein Tiſchlein. Das iſt für Euch, ſprach ſie. Beim mandel⸗
geſpickten Lebkuchenherz und dem Korb lag ein ſchmuckes prie⸗
ſterliches Samtbarett und eine prächtige Stola; Grund und
Franſen waren von Goldfaden, dunkle Punkte waren mit
ſchwarzer Seide drein geſtickt, einige mit Perlen ausgeziert,
ſie war eines Biſchofs wert.
Laßt ſehen, wie Ihr Euch ausnehmt, ſprach Praxedis. Trotz
der kirchlichen Beſtimmung ſetzte ſie ihm das Barett auf und
warf ihm die Stola um. Ekkehard ſchlug die Augen nieder.
Meiſterhaft! rief ſie, Ihr dürft Euch bedanken.
Er aber legte ſcheu die geweihten Gaben wieder ab, aus
ſeinem weiten Gewand zog er die Pergamentrolle und reichte
ſie ſchüchtern der Herzogin dar. Frau Hadwig hielt ſie un⸗
entfaltet. Erſt den Korb öffnen! das Beſte — ſprach ſie,
freundlich auf das Pergament deutend, ſoll zuletzt kommen.
Da ſchnitten ſie den Korb auf; in Heu begraben und durch
des Winters Kälte wohl erhalten, lag ein mächtiger Auerhahn
drin, Ekkehard hob ihn in die Höhe, mit ausgebreiteten Flü⸗
geln reichte er über eines Mannes Länge. Ein Brieflein war
bei dem ſtattlichen Stück Federwild.
Vorleſen! ſprach die Herzogin neugierig.
Ekkehard öffnete das unkenntliche Sigill und las:
„Dem ehrwürdigen Bruder Ekkehard auf dem hohen Twiel


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