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176 L Zwölftes Kapitel.
Wenn der an eines Heiden Schädel anklopft, ſprach Rudimann
und ſchwang den Prügel, ſo wird ihm aufgetan!
Wer früher ſchon im Heerbann gedient, ſammelte ſich um
Simon Bardo, den griechiſchen Feldhauptmann. Zu euch nach
Deutſchland muß einer gehen, wenn er ſeine greiſen Tage in
Ruhe verleben will, hatte er ſcherzend zur Herzogin geſagt. Der
Waffenlärm aber ſtärkte ſein Gemüt wie alter Rheinwein und
richtete ihn auf; mit ſcharfer Sorge ließ er die Unerfahrenen
ſich in den Waffen üben, des Burghofs Pflaſter widerhallte vom
ſchweren Schritt der Mönche, die in geſchloſſenen Reihen des
Speerangriffs unterwieſen wurden. Wände könnt' man mit
euch einrennen, ſprach der Alte beifallnickend, wenn ihr ein⸗
mal warm geworden ſeid.
Wer von den Jüngern eines ſichern Auges und beweglicher
Knochen ſich erfreute, ward den Pfeilſchützen zugeteilt. Fleißig
übten ſie ſich. Heller Jubel klang einmal von des Hofes an⸗
derem Ende zu den Speerträgern herüber: das loſe Volk hatte
einen Strohmann angefertigt; eine Krone von Eulenfedern
im Haupt, eine ſechsfältige Peitſche in der Hand, einen roten
Lappen in Herzform auf der Bruſt, war er ihre Zielſcheibe.
Der Hunnen König Etzel, riefen die Schützen, wer trifft ihn
ins Herz?
Spottet nur, ſprach Frau Hadwig, die vom Balkon herab
zuſchaute; hat ihn auch in ſchlimmer Brautnacht der Schlag
danieder geſtreckt, ſo geht ſein Geiſt fort und fort mächtig
durch die Welt; die nach uns kommen, werden noch an ihm
zu beſchwören haben.
Wenn ſie nur auch ſo ſcharf auf ihn ſchießen, wie die da
unten! ſagte Praxedis — und Halloruf klang vom Hofe herauf,
der Strohmann wankte und fiel, ein Pfeil hatte das Herz
getroffen.
Ekkehard kam in den Saal herauf. Er war wacker mit⸗
marſchiert, ſein Antlitz glühte, der ungewohnte Helm hatte
einen roten Streif auf der Stirn zurückgelaſſen. In der Er⸗
regung des Tages vergaß er ſeine Lanze draußen abzuſtellen.
Mit Wohlgefallen ſah Frau Hadwig auf ihn; es war nicht mehr
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