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Heribald und ſeine Gäſte. 187
Horadienſtes erheiſchte, da erloſch die ewige Lampe, eine Fle⸗
dermaus war drüber hingeſtreift. Draußen Regen und Sturm.
Schwere Tropfen fielen auf das Dach der Kirche und ſchlugen
an die Fenſter, da ward's ihm unheimlich zu Mut: Heiliger
Benedikt, rief er, nimm ein gnädig Einſehen, daß Heribald
nicht ſchuld iſt, wenn die Antiphonie ungeſungen blieb. Er
ſchritt in der Dunkelheit aus dem Chor; ein ſchriller Wind
pfiff durch ein Fenſterlein der Krypta unter dem Hochaltar,
ein heulender Ton kam herauf. Wie Heribald vorwärts ging,
faßte ein Luftzug ſein Gewand: Biſt du wieder da, hölliſcher
Verſucher? rief er, muß wieder gefochten ſein ¹s)?
Unverzagt ſchritt er zum Altar und faßte ein hölzern Kreuz,
das der Abt nicht hatte wegnehmen laſſen: Im Namen der
Dreieinigkeit, komm heran, Larve des Satans, Heribald er⸗
wartet dich! Feſten Mutes ſtand er an des Altares Stufen,
der Wind heulte fort, der Teufel blieb aus ... Er hat noch
genug vom letztenmal! ſprach der Blödſinnige lächelnd. Vor
Jahresfriſt war ihm der böſe Feind erſchienen in Geſtalt eines
großen Hofhundes und hatte ihn angebellt, aber Heribald hatte
ihn beſtanden mit einer Stange und ihm mit ſo tapfern Hieben
zugeſetzt, daß die Stange zerbrochen war ...
Da rief Heribald noch eine Ausleſe beleidigender Reden nach
der Richtung hin, wo der Luftzug ſtöhnte; wie ſich aber nichts
nahte, ihn anzufechten, ſtellte er das Kreuz wieder auf den Al⸗
tar, beugte ſein Knie und ging, Kyrie eleison murmelnd, in
ſeine Zelle zurück. Bis in hellen Morgen hinein ſchlief er
dort den Schlaf des Gerechten.
Die Sonne ſtund hoch am Himmel, da wandelte Heribald
vergnüglich vor dem Kloſter auf und nieder. Seit daß er ſich
von den Schulbänken weg der Vakanz hatte erfreuen mögen,
war ihm wenig Gelegenheit zum Ausruhen mehr geworden.
Ruhe iſt der Seele größte Feindin! hatte Sankt Benedikt geſagt
und darum ſeinen Schülern ſtreng vorgeſchrieben, die Stunden
des Tages, die nicht der Andacht galten, mit Arbeit der Hände
auszufüllen. Heribald war keiner Kunſt oder Handwerksgriffe
kundig, darum hatten ſie ihn zum Holzſpalten und ähnlich nutz⸗
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