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Die Hunnenſchlacht. 20⁵

geſehen, daß es nicht notwendig, Urlaub von mir zu ſolchem
Gang zu erbitten. Auch ans Abſchiednehmen denkt Ihr nicht?
fuhr ſie mit leis vorwurfsvollem Ton fort.
Ekkehard ſtand verlegen. Es ziehen fürnehmere und beſſere
Männer heute aus Eurer Burg, ſagte er; die Äbte und die
Edeln werden um Euch ſein, wie konnt' ich an beſondern Ab⸗
ſchied denken, auch wenn es... ſeine Stimme ſtockte.
Die Herzogin ſchaute ihn an. Beide ſchwiegen:
Ich bring' Euch etwas, das Euch im Kampfe dienlich ſein
ſoll, ſprach ſie nach einer Weile. Sie trug unter ihrem Mantel
ein koſtbar Schwert in reichem Wehrgehäng, ein milchweißer
Achatſtein erglänzte am Griff: Es iſt das Schwert Herrn Burk⸗
hards, meines ſeligen Gemahls. Von allen Waffenſtücken hielt
er das am höchſten. Mit der Klinge laſſen ſich Felſen ſpal⸗
ten, ſie ſplittert nicht, hat er oft geſagt. Ihr ſollt ihm Ehre
machen!
Sie reichte ihm die Waffe dar. Ekkehard nahm ſie ſchweigend
hin. Schon trug er den Harniſch unter der Kutte, itzt ſchnallte
er das Wehrgehäng um und fuhr mit der Rechten nach dem
Schwertgriff, als ſtünd ihm bereits der Feind gegenüber.
Und noch etwas, ſprach Frau Hadwig.
An ſeidener Schnur trug ſie ein goldgefaßt Kleinod um den
Hals, das zog ſie aus ihrem Buſen; es war ein Kriſtall, der
einen unſcheinbaren Splitter barg. Wenn mein Gebet nicht
ausreicht, ſo mög' Euch die Reliquie Schutz verleihen. Es iſt
ein Splitter vom heiligen Kreuz, das die Kaiſerin Helena einſt
aufgefunden. Wo auch immer dies Heiligtum ſein wird, da
wird Friede ſich einſtellen und Mehrung des Anweſens und Ge⸗
ſundheit der Luft¹89), ſo ſtand im Schreiben, mit dem der
griechiſche Patriarch die Echtheit beglaubigte. Mög' es auch im
Krieg Segen ſpenden!
Sie neigte ſich, dem Mönch das Kleinod umzuhängen. Er
beugte ſein Knie; längſt hing's um ſeinen Hals, er kniete noch.
Sie ſtreifte leicht mit der Hand über ſein lockig Haar, ein Zug
von Milde und Wehmut lag über ihrem ſtrengen Antlitz —
Ekkehard hatte vor dem Namen des heiligen Kreuzes ſein Knie


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