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Die Hunnenſchlacht. 209

ſie niedertreten und die Altäre unſerer Kirchen ſchänden, aber
den Arm gottesmutiger Männer können ſie nicht beſtehen.
Seid eingedenk alſo, daß wir Schwaben allezeit vorfech⸗
ten ¹82) müſſen, wo um des Reiches Not geſtritten wird; wenn
es in andern Zeiten ein Greuel vor dem Herrn wäre, an ſeinem
Feiertag den Harniſch umzuſchnallen, — heute ſegnet er unſere
Waffen und ſendet ſeine Heiligen zum Beiſtand und ſtreitet
ſelber mit uns, er, der Herr der Heerſcharen, der den Blitz
vom Himmel ſchmetternd niederfahren heißt und die klaffenden
Abgründe der Tiefe auftut, wenn die Stunde der Erfüllung ge⸗
kommen.
Mit erleſenen Beiſpielen ruhmreicher Kämpfe feuerte dann
Eklehard ſeine Zuhörer an, und manche Fauſt preßte den Speer
und mancher Fuß hob ſich ungeduldig zum Abzug, wie er von
Joſuas Heerzug ſprach, der unter des Herren Schirm einund⸗
dreißig Könige ſchlug in der Landmark jenſeits des Jordan, —
und von Gideon, der beim Schall der Poſaunen ins Lager der
Midianiter brach und ſie jagte bis Bethſeda und Tebbath —
und vom Ausfall der Männer von Bethulia, die nach Judiths
ruhmreicher Tat die Aſſyrer ſchlugen mit der Schärfe des
Schwerts.
Zum Schluß aber rief er, was Judas, der Makkabäer, zu
ſeinem Volk gerufen, da ſie bei Emaus ihr Lager ſchlugen wider
des Antiochus Heer: Umgürtet euch drum und ſeid tapfere
Männer und ſeid bereit, gegen den Morgen früh wider die
Völker zu ſtreiten, die heranziehen, unſer Heiligtum auszutil⸗
gen, denn es iſt uns beſſer, im Streit umzukommen, als das
Elend ſehen an unſerm Heiligtum — Amen!
Eines Augenblickes Länge blieb's ſtill, wie er geendet; dann
hob ſich ein Klirren und Klingen, ſie ſchlugen Schwert und
Schild aneinand, hoben die Speere hoch und ſchwenkten die
Feldzeichen — alte Sitte freudiger Zuſtimmung. Amen! ſcholl
es tönend durch die Reihen, dann neigten ſie die Knie, das
Hochamt ging zu Ende; ſchauerlich klangen die hölzernen Klap⸗
pern ſtatt des üblichen Glockentones zur Feier. Wer ſich noch
nicht in öſterlicher Andacht mit dem Leib des Herrn geſtärkt,
Scheffel. V/VI. 14


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