Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-4/6
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 6: Ekkehard. 2. Teil.)
[1916]
Seite: 241
(PDF, 52 MB)
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  (z. B.: IV, 145, xii)



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Sechzehntes Kapitel.
Cappan wird verheiratet.

Wenn das Gewitter vorüber iſt, kommen die Bäche trüb und
erdfarbig daher gefloſſen. So folgt auf landerſchütternde Be⸗
wegung meiſt eine Zeit kleiner verdrießlicher Geſchäfte, bis
das alte Geleiſe allenthalb wieder hergeſtellt worden.
Auch Frau Hadwig mußte das erfahren.
Es war viel zu richten und ſchlichten nach Vertreibung der
Hunnen. Sie unterzog ſich dem gerne, ihr beweglicher Geiſt und
die Freude am eigenen Eingreifen erleichterten die Sorgen
des Regierens.
Witwen und Waiſen der gefallenen Heerbannmänner ka⸗
men, und wem der rote Hahn aufs Dach der Hütte geflogen
und wem die junge Saat von Roſſeshuf zerſtampft war: es
ward Hilfe geſchafft, ſo viel möglich! Boten an den Kaiſer
gingen ab mit Bericht über das Geſchehene und Vorſchlag
künftiger Abwehr, der Burg Befeſtigung, wo ſie ſich mangel⸗
haft erwieſen, ward gebeſſert, die Waffenbeute bemeſſen und
verteilt, die Stiftung einer Kapelle auf dem Grabhügel der
chriſtlichen Kriegsmänner beſchloſſen.
Mit Reichenau und Sankt Gallen war viel Verhandlung;
geiſtliche Freunde vergeſſen niemals Rechnung zu ſtellen für
erwieſenen Dienſt. Sie wußten eindringlich zu jammern und
wehklagen über die Schädigung der Gotteshäuſer und uner⸗
ſchwingliche Einbuße an Hab und Gut: daß eine Schenkung
von Grund und Boden den bedrängten Gottesmännern ſehr
erwünſcht käme, ward der Herzogin täglich ins Gehör ge⸗
träufelt. Fern im Rheintal, wo der Berg von Breiſach mit
ſeinen dunkel ausgebrannten Felsrücken der Strömung ſich
entgegenſtemmt, war der Herzogin das Hofgut Saspach 195).
Auf vulkaniſchem Boden gedeiht die Rebe, — das hätte den
frommen Brüdern auf der Aue wohl getaugt; ſchon um den
Scheffel. V/VI. 16


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