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Cappan wird verheiratet. 245
run nur auf den hölzernen Kübel zu deuten, ſo hatte ihn Cap⸗
pan aufs Haupt gehoben und ſchritt damit zum plätſchernden
Brunnen im Hofe.
Nur in der Küche ward am gelehrigen Schüler keine Freude
erlebt, denn wie ihm einsmal ein Stück Wildbret zugewieſen
war, daß er's mit hölzernem Schlegel mürb ſchlage, kamen
alte Erinnerungen über ihn, und er zehrte ein Stück davon roh
auf ſamt Zwiebeln und Lauch, die zu des Bratens Würze bereit
ſtanden.
Ich glaub', mein Gefangener gefällt dir, rief ihr Herr
Spazzo eines Morgens zu, als der Hunn' fleißig mit Holz⸗
ſpalten beſchäftigt war. Dunkelrot färbten ſich die Wangen
der hohen Geſtalt. Sie ſchlug die Augen nieder. — Wenn der
Burſch deutſch reden könnt' und kein verdammter Heidenmenſch
wär'... fuhr Herr Spazzo fort.
Die Schlanke ſchwieg verſchämt.
Ich weiß, daß du ein Glück verdienſt, Friderun... ſprach
Herr Spazzo weiter. Da löſte ſich Frideruns Zunge: Von
wegen des deutſch Redens... ſagte ſie mit fortwährend ge⸗
ſenktem Blick, auf die Sprache käm' mir's gar nicht an. Und
wenn er ein Heide iſt, ſo braucht er ja keiner zu bleiben.
Aber..
Was aber?
Er kann nicht ſitzen beim Eſſen wie ein vernünftiger Menſch.
Er liegt immer den langen Weg auf dem Boden, wenn's ihm
ſchmecken ſoll.
Das wird ihm ein Ehegeſpons wie du ſattſam austreiben.
Habt ihr euch ſchon verſtändigt?
Friderun ſchwieg abermals. Plötzlich lief ſie davon wie ein
gehetztes Wild, die Holzſchuhe klapperten auf dem Steinpflaſter
des Hofes. Da ging Herr Spazzo zum holzſpaltenden Cappan,
ſchlug ihm auf die Schulter, daß er aufſchaute, deutete mit ge⸗
hobenem Zeigefinger auf die Fliehende, nickte mit dem Haupt
fragend und blickte ihn ſcharf an. Der Hunn' aber fuhr mit
dem rechten Arm auf die Bruſt, neigte ſich, tat dann einen
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