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Cappan wird verheiratet. 257
und Hunnennot hatten ſein Denken geweitet, der Herzogin Zei⸗
chen von Huld ſein Herz entzweit. Im Gang des Tages, im
Traum der Nacht verfolgte ihn das Bild, wie ſie ihm Reliquie
und Schwert des Gatten umgehangen, und in böſen Stunden
zogen Vorwürfe nebelgleich durch ſeine Seele, daß er's ſo
ſchweigend hingenommen. Frau Hadwig ahnte nicht, was in
ihm kochte; ſie dachte gleichgiltiger von ihm, ſeit vermeintliches
Nichtverſtehen ihres Zuvorkommens ſie gedemütigt; aber wenn
ſie ihn wieder ſah, Kummer auf der hohen Stirn und fragende
Schwermut im Aug', ſo erneute ſich das alte Spiel.
Wenn Ihr ſolche Freude am Landbau habt, ſprach ſie leicht,
ich wüßt Euch Rat. Der Abt von Reichenau hat mich geärgert.
Die Perle meiner Hofgüter mir abſchwatzen wollen, als wär's
eine Brotkrume, die man vom Tiſch ſchüttelt, ohne umzuſchauen!
— Es rauſchte im Gebüſch, ſie nahmen es nicht wahr. Ein
dunkler Schimmer zog ſich durch die Blätter — war's ein
Fuchs oder eines Mönchs Gewand?
Ich will Euch als Verwalter drauf ſetzen, fuhr Frau Hadwig
fort, da habt Ihr all die Herrlichkeit vollauf, deren Anblick Euch
heute ſchwermütig macht, und noch mehr. Mein Saspach liegt
fröhlich am Rhein, der alte Kaiſerſtuhl rühmt ſich der Ehre,
daß er zuerſt in all unſern Landen die Weinrebe trug, — und
ſind ehrliche Leute dort, wenn ſie auch eine unfeine Sprache
ſprechen.
Ekkehard ſah vor ſich nieder.
Ich kann's Euch auch ausmalen, ohne daß ich zu ſchildern
weiß wie Virgilius. Denkt Euch, es iſt Herbſt — Ihr habt ein
geſund Leben geführt, mit der Sonne heraus, mit den Hühnern
zu Bett — jetzt kommt die Weinleſe, von allen Bergrücken
ſteigen Knechte und Mägde zu Euch hernieder, den Hängkorb
gefüllt mit Trauben, Ihr ſteht am Tor...
Es rauſchte wieder im Gebüſch.
.J . und denket darüber nach, wie der Wein wird, und be⸗
ſinnt Euch, auf weſſen Wohl Ihr ihn trinken wollt, der Vo⸗
geſenwald ſchaut ſo licht und blau zu Euch herüber wie hier die
Hörner der Alpen, da kommt's mit Roß und Wagen vom alten
Scheffel. V/VI. 17
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