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260 Sechzehntes Kapitel.
Dank und die Buße in Herzogsſchatz, daß ich die Waldfrau er⸗
ſchlagen.
Sie hatten das Gold ſchon gerüſtet.
Jetzt ſahen ſie die Herzogin bei Ekkehard unter der Tanne
ſtehen. Der tobende Lärm der Mannen unterbrach das land⸗
wirtſchaftliche Geſpräch der beiden. Praxedis kam geſprungen
und kündete die wunderbare Mär. Jetzt kamen die jungen
Flüchtlinge ſelber, ſie führten ſich. Vor Frau Hadwig knieten
ſie nieder. Hadumoth hielt ihren Taler empor, Audifax zwei
große güldene Schaumünzen; er wollte ſprechen, die Worte
blieben aus .. . Da wandte ſich Frau Hadwig mit ſtolzer
Anmut zu den Umſtehenden:
Die Narretei meiner zwei jungen Untertanen ſchafft mir Ge⸗
legenheit, ihnen meine Gnade zu beweiſen. Seid deſſen Zeugen.
Sie brach einen Haſelzweig vom Strauch, tat einen Schritt
vor, ſchüttelte dem Hirtenknaben und ſeiner Gefährtin die
Münzen aus der Hand, daß ſie weit hinüberflogen ins Gras,
und berührte beider Scheitel mit dem Zweig: Stehet auf, ſprach
ſie, keine Schere ſoll von heut an euer Haupthaaxr mehr kürzen,
als der Burg Hohentwiel eigene Leute ſeid ihr gekniet, als frei⸗
geſprochene und freie erhebt euch und behaltet einand ſo lieb
in der Freiheit wie ehbevor!
Es waren die Formen der Freilaſſung nach ſaliſ chem Recht ²⁰6).
Schon der Kaiſer Lotharius hatte ſeiner alten Magd Doda den
güldenen Denar aus der Hand und damit das Joch der Skla⸗
verei vom Nacken geſchüttelt. Audifax aber war fränkiſcher
Abſtammung, darum hatte ſich Frau Hadwig nicht nach ihrem
alemanniſchen Landrecht gerichtet.
Die beiden ſtanden auf. Sie begriffen, was vorgegangen.
Dem Hirtenknaben wollte es ſchwarz vor den Augen werden,
der Traum ſeiner Jugend, Freiheit, Goldſchatz... alles Wahr⸗
heit geworden, dauernde Wahrheit für jetzt und immerwähren⸗
des Immer!... Er ſah Ekkehards ernſtes Antlitz und warf
ſich mit Hadumoth vor ihm nieder: Vater Ekkehard, rief er, wir
danken auch Euch, daß Ihr's wohl mit uns gemeint!
Wie ſchade, daß es ſchon zu ſpät worden, rief Praxedis
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