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Gunzo wider Ekkehard. 275
Den Abt ſchüttelte ein Lachen, wie er an die Schilderung
von Ekkehards krauſem Haar und feinem Schuhwerk kam. Moen⸗
gal ſaß ernſt, es zogen drei Falten auf der Stirn, auf wie
Wolken vor dem Gewitter.
Nun? ſprach der Abt, dem Bürſchlein wird der Hochmut aus
der Kutte geklopft! Sublim! ganz ſublim! Und eine Fülle
von Wiſſenſchaft, das trifft. Darauf gibt's gar keine Antwort.
Doch! ſprach der Leutprieſter finſter.
Welche? fragte der Abt geſpannt.
Moengal machte eine ſchlimme Gebärde. Einen Stechpalm⸗
ſtock von der Hecke ſchneiden, rief er, oder eine brave Haſel und
rheinabwärts ziehen, bis zwiſchen dem ſchwäbiſchen Holz und
des welſchen Schreibers Rücken nur noch eine Armslänge Ent⸗
fernung iſt! Dann aber... er ſchloß ſeine Rede ſinnbildlich.
Ihr ſeid grob, Leutprieſter, ſprach der Abt, und habet keinen
Sinn für Gelehrſamkeit. So etwas kann freilich nur ein ele⸗
ganter Geiſt ſchreiben. Reſpekt!
Hoiho! fing Moengal, der Alte, an, er war fuchswild ge⸗
worden, Gelehrſamkeit? Aufgeblaſene Lippen und dabei ein
boshaftig Herz ſind als wie ein irden Gefäß mit Silberſchaum
überzogen, ſpricht Salomo. Gelehrſamkeit? So gelehrt iſt mein
Pfarrwald auch mit ſeinen Hagebuchen, der ſchreit auch hin⸗
aus, wie man in ihn hineingeſchrieen, und iſt wenigſtens ein
lieblich Echo. Wir kennen die belgiſchen Pfauen! kommen an⸗
derwärts auch vor. Die Federn ſind geſtohlen, und was ſie
ſelber krähen, trotz Rad und Schweif und Regenbogen am
Steiß, iſt heiſer und bleibt heiſer, da hilft kein Halskragenblä⸗
hen. Vor meiner großen Geſundkur hab' ich auch geglaubt, es
ſei geſungen ſtatt gekrächzt, wenn einer mit Grammatik und
Dialektik die Backen aufblies, — aber jetzt: Gute Nacht Marci⸗
anus Capella! heißt's bei uns in Radolfs Zelle!
Ihr werdet wohl bald an Euren Heimweg denken müſſen,
ſprach der Abt, es zieht ſchon ganz ſchwarz über Konſtanz hin.
Da merkte der Leutprieſter, daß er mit ſeinen Anſichten von
Geſundſein und von der Wiſſenſchaft nicht an rechten Mann
geraten war. Er empfahl ſich.
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