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280 Achtzehntes Kapitel.
blüten aufs Büchlein, Ekkehard ſchüttelte ſie nicht ab, er neigte
ſein Haupt und ſaß regungslos...
Unterdes hatte Cappan wohlgemut ſein Tagewerk begonnen.
Es war ein Grundſtück drunten in der Ebene an der Grenze
des Hohentwieler Bannes; dort hatten die Feldmäuſe ihr Heer⸗
lager aufgeſchlagen, die Hamſter ſchleppten ganze Wintervor⸗
räte des guten Korns in ihren Backentaſchen von dannen, und
die Maulwürfe zogen ihre Schachte in den kieſigen Boden. Da⸗
hin war Cappan beordert. Wie ein Staatsmann in aufruhr⸗
durchwühlter Provinz ſollte er ein geordnet Verhältnis her⸗
ſtellen und das Land ſäubern vom Geſindel. Die Fluten des
Gewitters hatten die verborgenen Gänge aufgeſpült. Leiſe grub
er nach und ſchlug manch eine Feldmaus im Frührotſcheine
tot, ehe ſie ſich deſſen verſah, dann ſtellte er ſorgſam ſeine
Schlingen und Weidenruten, an andere Orte ſtreute er ein
giftig Lockſpeislein, das er aus Aaronswurz und Einbeer zu⸗
ſammen gekocht, und pfiff fröhlich zu ſeinem Mordwerk und
ahnte nicht, was für ſchwere Wolken ſich über ſeinem Haupte
zuſammenzogen.
Das Grundſtück, wo er hantierte, ſtieß an Reichenauer Feld⸗
mark. Wo der alte Eichwald ſeine Wipfel regte, ragten etliche
Strohdächer ins Waldesgrün hinein: das war der Schlangen⸗
hof. Der gehörte dem Kloſter zu mit viel Huben Ackerland und
Waldes; eine fromme Witfrau hatte ihn dem heiligen Pir⸗
minius zum Heil ihrer Seele vergabt. Jetzt ſaß ein Kloſter⸗
meier drauf, ein wilder Mann mit knorrigem Schädel und har⸗
ten Gedanken drin; er hatte viel Knechte und Mägde und Roß
und Zugvieh und gedieh wohl, denn die kupferbraunen Schlan⸗
gen, die in Stall und Hof niſteten, pflegte er rechtſchaffen und
ließ die Milchſchüſſel in der Stallecke nie leer werden, alſo daß
ſie ganz zahm und fröhlich in dem Stroh herum ſpielten und
niemanden ein Leides taten. Die Schlangen ſind des Hofes
Segen, ſprach der Alte oftmals, das iſt bei uns Bauern anders
als an des Kaiſers Hof.
Seit zwei Tagen aber hatte der Kloſtermeier keine gute
Stunde mehr gehabt. Die ſchweren Gewitter ſchufen ihm Sorge
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