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Herrn Spazzo, des Kämmerers, Geſandtſchaft. 297
reits den Gedanken überlegt, ob er dem Erſchöpften ein Nacht⸗
lager wolle anweiſen, die Umarmung und der Schmerz ſeiner
Zehen änderte ihm den Sinn, er ſorgte, daß des Kämmerers
Rückzug beginne.
Im Kloſterhof ward ſein Roß geſattelt. Der blödſinnige
Heribald ſchlich ſich draußen herum, er hatte ein groß Stück
Zunder in der Küche geholt und gedachte dasſelbe brennend
des Kämmerers Roß in die Nüſtern zu legen, daß es ihn räche
für den flachen Hieb. Jetzt kam Herr Spazzo heraus, er hatte
die Reſte ſeiner Würde zuſammengerafft. Ein Diener mit einer
Fackel leuchtete.
Der Abt hatte ihm an der obern Pforte Valet gewinkt.
Herr Spazzo ſtieg auf ſeinen treuen Rappen Falada, ebenſo
ſchnell gleitete er auf der rechten Seite wieder herab. Heribald
ſprang bei, ihn aufzufangen, der Kämmerer fiel ihm in die
Arme, des Mönchs Bart ſtreifte ſtechend ſeine Stirn.
Biſt du auch da, Elbentrötſch ²²¹)! weiſer König Salomo!
lallte Herr Spazzo; ſei mein Freund! Er küßte ihn, da hob
ihn Heribald aufs Roß und warf ſeinen Zunder weg und trat
darauf. Eia, gnädiger Herr, rief er ihm zu, kommet recht wohl
nach Hauſe! Ihr ſeid anders bei uns eingeritten wie die Hun⸗
nen, darum reitet Ihr aber auch anders von dannen wie ſie,
und ſie haben ſich doch auch aufs Weintrinken verſtanden.
Herr Spazzo drückte den Eiſenhut aufs Haupt, feſt griff er
die Zügel; es preßte ihm noch etwas das Herz, er kämpfte mit
der lahmgewordenen Zunge. Itzt kam ein Stück verlorener
Kraft wieder, er hob ſich im Sattel, die Stimme gehorchte.
Und den landesherrlichen Rechten ſoll durch klöſterliche An⸗
maßung kein Eintrag geſchehen! rief er, daß es durch die ſtille
Nacht des Kloſterhofs dröhnte.
Zu derſelben Zeit berichtete Rudimann dem Abt über den
Erfolg ſeiner Sendung zur Herzogin.
Herr Spazzo ritt ab. Dem Diener, der mit der Fackel leuch⸗
tete, hatte er einen güldenen Fingerring zugeworfen. Darum
ging der Fackelträger noch weit mit ihm bis zum ſchmalen
Pfad, der über den See führte.
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