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Burkhard, der Kloſterſ chüler. 303
Haut nicht wehret, dem wird ſie abgezogen. Auch den ſchlech⸗
ten Feind ſollt Ihr nicht gering anſchlagen: Sieben Weſpen
zuſammen ſtechen ein Roß tot.
Die Griechin hatte recht. Stumme Verachtung unwürdigen
Angreifers gilt allzuleicht für Schwäche. Aber es war Ekke⸗
hards Natur ſo.
Praxedis trat einen Schritt auf ihn zu, daß er betroffen zu⸗
rückwich. Soll ich Euch noch einen guten Rat geben, Ehr⸗
würdigſter? ſprach ſie. Er nickte ſchweigend.
Ihr ſchreitet wieder viel zu ernſt einher; es möchte einer
glauben, Ihr wollet mit Sonne und Mond Kegel ſchieben,
wenn Ihr des Weges kommt. 's iſt heißer Sommer jetzt, die
Kapuze macht Euch ſchwül. Laſſet Euch ein linnen Gewand be⸗
ſchaffen und meinetwegen auch den Schloßbrunnen übers Haupt
rieſeln, aber ſeid fröhlich und guter Dinge. Die Herrin möchte
ſonſt recht gleichgiltig für Euch werden.
Ekkehard wollte ihr die Hand reichen; es däuchte ihm zu⸗
weilen, als ſei Praxedis ſein guter Engel. Da kam langſamen
Hufſchlages Herr Spazzo in Burghof eingeritten. Sein Haupt
ſenkte ſich dem Sattelknopf entgegen, bleiernes Lächeln war
über das müde Antlitz gegoſſen, halb ſchlief er.
Euer Geſicht hat ſich namhaft verändert ſeit geſtern, rief
ihm Praxedis zu. Warum fliegen keine Funken mehr unter
Faladas Huf?
Er ſchaute mit ſtieren Blicken zu ihr herab. Es flimmerte
vor ſeinem Blick.
Bringt Ihr auch ein erklecklich Schmerzensgeld mit, Herr
Kämmerer? fragte Praxedis.
Schmerzensgeld? für wen? fragte Herr Spazzo ſtumpf.
Für den armen Cappan! Ich glaube, Ihr habt eine Hand
voll Mohnkörner gegeſſen, daß Ihr nimmer wiſſet, warum Ihr
ausgeritten..
Mohnkörner? ſprach Herr Spazzo mit dem gleichen Aus⸗
druck, Mohnkörner? Nein. Aber Meersburger, roten Meers⸗
burger, ungefügigen hundertſchlündig ²²) zu trinkenden roten
Meersburger! ja!
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