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Verſtoßung und Flucht. 345
Ekkehards Heimrufung zu erleben; es wird ſchwer halten, daß
wir ihn los bekommen, hatte er zum Kellermeiſter geſagt. Es
ward leicht. Mönche und Gefolgsleute traten mit ein.
Sacrilegium! rief ihnen Rudimann entgegen, er hat vor dem
Altar die buhleriſche Hand zu ſeiner Gebieterin erhoben!
Da ſchäumte Ekkehard auf. Der Herzens heiligſt Geheimnis
von frecher Roheit entweiht, eine Perle vor die Schweine ge⸗
worfen... er riß die ewige Lampe herunter, wie eine Schleu⸗
der ſchwang er das eherne Gefäß; das Licht darin erloſch — ein
dumpfer Schrei hallte auf, der Kellermeiſter lag blutigen Haup⸗
tes auf den Steinplatten, die Lampe klirrte neben ihm...
Ringen, Zerren, wilde Verwirrung... es ging mit Ekkehard
zu Ende.
Sie hatten ihn überwältigt; den Gürtel der Kutte riſſen ſie
ihm ab und banden ihn. Da ſtand er, die jugendſchöne Geſtalt,
jetzt ein Bild des Jammers, dem flügellahmen Adler gleich.
Einen matten traurigen fragenden Blick ließ er zur Herzogin
hinübergleiten... die wandte ſich ab.
Tut, was Eures Amtes iſt! ſprach ſie zum Abt und ſchritt
durch die Reihen.
Eine Rauchwolke zog ihr entgegen. Lärm und Jubel ſchallte
vor dem Burgtor, ein Feuer brannte draußen, von harzigen
Tannenſcheitern geſchichtet. Das Ingeſinde der Burg tanzte
darum und warf Blumen drein, eben hatte Audifax die Ge⸗
noſſin ſeines Schickſals jubelnd in Arm gefaßt und war mit
ihr durch die hochaufſchlagende Flamme geſprungen.
Was ſoll der Rauch? ſprach Frau Hadwig zur herbeige⸗
eilten Praxedis.
Sonnenwende ²⁴6)! antwortete die Griechin.
Es war ein trüber verſtimmter Abend. Die Herzogin hatte
ſich in ihr Kloſet verſchloſſen und ließ niemand vor ſich, Ekke⸗
hard war von den Leuten des Abts in ein Verließ geſchleppt
worden; in demſelben Turm, in deſſen luftigem Stockwerk ſein
Stübchen eingerichtet ſtund, war ein feuchter finſterer Gewahr⸗
ſam, Trümmer alter Grabſteine, bei früherem Umbau der
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