Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-4/6
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 6: Ekkehard. 2. Teil.)
[1916]
Seite: 407
(PDF, 52 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw6/0171
Das Waltharilied. 407

Und preßt' ihn auf den Boden, trat ihm die Bruſt mit Füßen:
Jetzt ſollt du für die Glatze mir mit dem Scheitel büßen
Und dieſes Stückleins nimmer prahlen deinem Weibe!
Sprach's und hieb den Kopf von des Beſiegten Leibe.

Als Neunter in den Kampf ſprang Helmnod vor in Eile,
Er ſchleppte einen Dreizack an vielgewundnem Seile,
Das hielt zu ſeinem Rücken der Freunde kleiner Reſt.
Sie dachten, wenn die Haken im Schilde ſäßen feſt,
Das Seil dann anzuziehen mit ſo gewaltiger Macht,
Daß drob Walthari leicht zu Falle werd' gebracht.
Den Arm reckt Helmnod aus und warf den Zack im Bogen:
Paß auf, du kahler Mann! da kommt dein Tod geflogen!
Stolz durch die Lüfte kam das Wurfgeſchoß geſauſt,
Als wie die Schlange ziſchend vom Baum herunter brauſt.
Geſpalten ward der Nagel am Schild. Er war getroffen.
Scharf zerrten an dem Seil die Franken ſchweißumtroffen,
Im Waldgebirg erſcholl ihr ſiegesfroher Schrei.
Der König ſelbſt geſellte den Ziehenden ſich bei.
Doch feſtgewurzelt ſtund als wie die Rieſeneſche,
Des Lärmens unbekümmert Walthari in der Breſche,
Er ſtund und wankte nicht. Da dachte dort der Schwarm,
Zum mind'ſten ihm den Schild zu reißen von dem Arm.

Von zwölf Geſellen ſo die letzten viere kamen
Zu ungeſtümem Streit. Der Sang nennt ihre Namen:
Der neunte war Herr Helmnod, Eleuther auch benannt,
Der zehnte Mann war Trogus, von Straßburg hergeſandt,
Von Speier an dem Rhein Herr Tannaſt war der eilfte,
Und König Gunther war an Hagens ſtatt der zwölfte.

Solch eiteln Streitens ward Walthari endlich wild.
Barhäuptig war er ſchon. Itzt ließ er auch den Schild
Und auf die Rüſtung nur und ſeinen Speer vertrauend,
Sprang er in Feind, zuerſt nach dem Eleuther hauend.
Er ſpaltet ihm den Helm und Haupt und Nacken zugleich,
Zerſpaltet' auch die Bruſt mit einem einz'gen Streich.

Dann ſtürmt' er auf den Trogus. Verwickelt in dem Seil
Hing der, ihm brachte nimmer das Flüchten Glück und Heil,


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw6/0171