Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-4/6
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 6: Ekkehard. 2. Teil.)
[1916]
Seite: 432
(PDF, 52 MB)
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  (z. B.: IV, 145, xii)



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Anmerkungen.

1) „. .„Purchardus autem, dux Suevorum, Sueviam quasi tyrannice
regens. Ser Ekkehardi IV. casus S. Galli cap. 3 bei Pertz Monumenta Ger-
maniae historica II. 104. „hic cum esset bellator intolerabilis.“ Witu-
kind lib. I. c. 27.
2) „. Fcum jam esset decrepitus.“ Ekkeh. casus S. Galli cap. 10.
3) Hadawiga, Henrici ducis filia, Suevorum post Purchardum virum
dux vidua, cum Duellio habitaret, femina admodum quidem pulchra,
nimiae severitatis cum esset suis, longe lateque terris erat terribilis.
Ekkeh. casus S. Galli cap. 10 bei Pertz II. 122.
4) camisia clizana, pallium canum vel saphirinum. Das Koſtüm der
Vornehmen war mannigfacher Veränderung durch die Mode unterworfen. Zu
Karl des Großen Zeiten trug man an den Füßen Schuhe, um die Beine hohe,
kamaſchenartig zugeſchnürte Binden, ein hemdartig linnenes Unterkleid und
ein wollenes Oberkleid oder einen langen, von den Schultern bis zu den
Abſätzen reichenden Mantel, der durch Ausſchnitt an den Seiten den Armen
freie Bewegung ließ. Der lange Mantel wurde aber bald gegen einen
kürzeren vertauſcht, der ſich indes auch nicht als zweckmäßig bewährte. Vergl.
des monachus San Gallensis gesta Karoli M. lib. I. c. 34 bei Pertz
Mon. II. 747. Den Miniaturbildern ſanktgalliſcher Handſchriften, z. B. des
psalterium aureum, iſt mannigfacher Aufſchluß über gleichzeitige Trachten
zu entnehmen.
5) Wehrgeld — nach mittelalterlichem Strafrecht, wonach faſt alle Vergehen
und Verbrechen mit Geld zu ſfühnen waren, iſt ein dem Verletzten zu perſön⸗
licher Genugtuung, Buße (Wette, fredum), ein zur Sühne des geſtörten Frie⸗
dens dem Volk, ſpäter dem Landesherrn zu entrichtendes Strafgeld. Die alten
Volksrechte verzeichnen auch bei allen Gattungen von Tieren ſorgfältig deren
Wehrgeld, das im Fall von Tötung oder Beſchädigung der Eigentümer zu er⸗
heben hatte. Wenn übrigens der Schaden mehr durch Zufall zugefügt wurde,
lag kein Friedbruch vor, und es würde Herrn Spazzo ſehr ſchwer gefallen
ſein, die Verurteilung des für ſeinen Wolfshund verantwortlichen Herrn von
Fridingen zu einer Buße durchzuſetzen.
6) Brautwerbungen zwiſchen dem byzantiniſchen Hofe und den deutſchen
Großen kamen in dieſer Zeit wiederholt und wechſelfeitig vor. Oft wurden
deutſche Biſchöfe in ſolcher Miſſion nach Konſtantinopel geſendet, z. B. Bern⸗
ward von Würzburg für Kaiſer Otto III., Werner von Straßburg für den Sohn
Kaiſer Konrad II. In einer Notiz des ſanktgalliſchen liber benedictionum
wird es ſehr getadelt, daß die vornehme Männerwelt ſich, mit Hintanſetzung
der deutſchen Töchter, Frauen aus Italien und Griechenland holte. Die Vor⸗
liebe der deutſchen Herren für byzantiniſche Damen begreift ſich aber nach
den Schilderungen derer, die Augenzeugen des neuen Tones und der liebens⸗
würdigen Geſelligkeit waren, welche durch Otto II. griechiſche Gemahlin Theo⸗
phano an dem deutſchen Kaiſerhof eingeführt wurden. Sogar der ernſthafte
Scholaſtiker Gerbert, nachmals Papſt Sylveſter II., ſah ſich' veranlaßt, dem


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