Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-4/6
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 6: Ekkehard. 2. Teil.)
[1916]
Seite: 436
(PDF, 52 MB)
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  (z. B.: IV, 145, xii)



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436 Anmerkungen.

Abhandlung über die Rhetorik, allwo es als geeignetes Beiſpiel hyperboliſcher
Redeweiſe (nam plus dicitur, sed minus intelligitur) aufgeführt wird.
Vergl. Hattemer, Denkmale ꝛc. Bd. III. p. 577.
37) ſ. vita S. Galli bei Pertz Monurn. II. 9.
38) Regula S. Benedicti. cap. 1.
39) In rauhen Zeiten ſucht der Menſch ſeinem Gott auch in rauher Form zu
dienen. Das Klausnertum ſagte damals weltabgewandten Gemütern zu, und
Beiſpiele von ſolchen, die über zwanzig und dreißig Jahre lang ſolch eine
freiwillig auferlegte Einzelhaft trugen, beweiſen, daß das phyſiſche Leben durch
einen ſtarken, vom Glauben, etwas Verdienſtliches zu tun, beſeelten Willen
lang gefriſtet werden kann. In der Handſchrift der ſanktgalliſchen annales
maiores iſt ein Abbild des Prieſter Hartker enthalten, eine unterwürfige,
krummgebeugte, demütig kaſteite Geſtalt in faltigem Mönchsgewand mit großer
Tonſur und der Überſchrift: Hatkerus reclusus. S. Pertz Monum. I. 72.
Dieſem iſt im liber benedictionum folgender Nachruf gewidmet:

Wer hat ein härteres Los als Hartker, der Klausner, getragen,
Der in beengender Haft ſich dreißig der Jahre kaſteite?
Immerdar ſtand er gebückt, ſo niedrig war die Bedachung,
Kiſſen des Kopfs war ein Stein. Auf dieſem ſchlief und entſchlief er,
Und in Kreuzesgeſtalt die mageren Arme entbreitend
Wandt' er zum Himmel den Blick und befahl dem Herrn ſeine Seele.

ſ. J. v. Arx, Geſchichte ꝛc. I. 232.
Ein namhafter Reclauſus früherer Zeit war der heilige Fintan († 827), der
das Kloſter Rheinau unweit Schaffhauſen geſtiftet. Ganze Nächte hindurch
hörte man ihn in ſeiner Zelle laut beten und in den fremden Lauten ſeiner
iriſchen Heimatſprache die Verſuchung des böſen Feindes beſchwören. S. vita
S. Findani confessoris bei Mone, Quellenſammlung der badiſchen Landes⸗
geſchichte p. 57. Über die Zeremonien beim Akt der Einſchließung vgl. Martène
de antiqu. ecclesiae ritib. II. 177.
40) Wiborad iſt ein altdeutſcher Name und bedeutet „Rat der Weiber“. —
Zwei Mönche des Kloſters Sankt Gallen, Hartmann und Hepidan, haben die
Lebensgeſchichte dieſer durch ihren tragiſchen Ausgang bedeutend gewordenen
Klausnerin verfaßt. Sie ſind in die acta Sanctor. der Bollandiſten (Monat
Mai, Bd. I. 284 u. ff.) aufgenommen. S. auch Pertz Monum. VI. 452.
41) . magistra praedurata.
42) Lucas IX. 62.
43) J.Castitatis, inquit, fili mi, tibi cingulum per hoc lineum meum
a Deo accipe. Continentiaeque cingulum per hoc lineum meum a Deo
accipe, continentiaeque strophio ab hac deinceps die per Wiboradam
tuam te praecinctum memento. Cave autem, ne ullis abhinc colloquiis
vanis mulierculis miscearis. Et si, ut facillime fit, aliquo carnis igne
incensus fueris, loco in quo fueris, mutato, „Deus in adiutorium
meum intende. Domine ad adiuvandum me festina“ mox cantaveris.
Sin autem sic pacem aliquo alio lapsu tuo vetante non habueris,
titionem sive candelam ardentem quasi aliud aliquid agas querens,
digitum vel leviter adure, eodemque versu dicto securus eris. Ekkeb.
IV. casus S. Galli cap. 3 bei Pertz Mon. II. 107.
44) et accepit angelus folia lauri et scripsit in eis verba orationis
et dedit ea Pachumio dicens: manduca ea, et erunt amara in
ore tuo sicut fel, ventremque tuum implebunt obsecrationi-
bus sapientiae, dabitur tibi forma orationis sanae doctrinae. Et


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